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"Toben" statt Tennis

Die Tennishalle in Drochtersen soll eine Spielscheune werden

Drochterser Firma will "Tennis-Tempel" kaufen und in eine "Spielscheune" umwandeln


ig. Drochtersen. Für die marode Drochterser Tennishalle gibt es einen Interessenten. Die Firma Wrage will im „Tennis-Tempel“ ein Blockheizkraftwerk einrichten und damit die Sporthallen, Hallenbad Kindergarten und Grundschule mit Wärme versorgen.

Die Investoren planen im hinteren Drittel der stark sanierungsbedürftigen Sportstätte eine Heizanlage mit Schredderspeisung für den umliegenden Sport- und Schul-Bereich. Der vordere Bereich soll als Spielscheune umfunktioniert und das Restaurant als Fast-Food-Bereich genutzt werden. Das „Kraftwerk" würde der Kommune zu zehn Prozent Energie-Einsparung verhelfen, sind sich die möglichen Betreiber sicher und hoffen, dass die Gemeinde ihr Projekt positiv begleiten werde.
Gerade für das Hallenbad sei das Vorhaben wichtig. Denn die Heizungsanlage sei für einen Austausch fällig.
Eine Bauvoranfrage wurde inzwischen dem Landkreis vorgelegt - und abgelehnt, da das Vorhaben eine Nutzungsänderung darstelle. "Jetzt müsse eine Bauleitplanung in Angriff genommen werden", sagt Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch. Das sei Aufgabe der Gemeinde." Gleichwohl gibt sich Bösch skeptisch. Er wisse, dass im energetischen Bereich - besonders am Hallenbad - etwas getan werden müsse. Darüber müsse sich die Gemeinde Gedanken machen. Dann seine Bedenken: "Die Heizanlage muss ja angefahren werden. Und das in einem belebten Sportzentrum." Das könnte zu Einwendungen in der Nachbarschaft führen.
Investor Jochen Wrage sieht die Anfahrt von Schreddermaterial als nicht problematisch an. "Die Anfahrt mit kleinen Lastwagen erfolgt über einen begrünten Weg in den hinteren Bereich der Halle." Er müsse aber wissen, wie die Politik sein Vorhaben beurteile. Er benötige ein "Ja". Sonst mache es keinen Sinn, Geld für die weitere Planung auszugeben. Die Spielscheune will seine Firma selbst betreiben. "In Drochtersen gibt es doch eine solche Einrichtung nicht. Otterndorf ist da für uns ein Vorbild."

In den Gemeinderatsfraktionen ist noch keine Entscheidung gefallen.
Fest steht: Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, bedeutet dies das Aus für Hallen-Tennis-Sport. Die ortsansässigen Tennis-Vereine, TV Assel und TC Drochtersen, hatten in einem Schreiben (das WOCHENBLATT“ berichtete) die Gemeinde gebeten, sich für den Erhalt der Halle für „den weißen Sport“ einzusetzen und auf eine „Besonderheit“ hingewiesen: Bei dem Grundstück handele es sich nicht um Eigenland, sondern um ein Erbbaurechtsgrundstück der Gemeinde Drochtersen. Die Kommune könne deshalb Einfluss nehmen auf die weitere Nutzung des Grundstücks, bzw. auf den Erhalt der Tennishalle, so Reinhard Laurisch, Vorsitzender des Asseler Tennisvereins. "Durch den Wegfall der Tennishalle wären die Möglichkeiten, unseren Sport im Winter auszuüben und Punktspiele zu bestreiten, nicht mehr gegeben, da Alternativen in erreichbarer Umgebung nicht mehr vorhanden, bzw. praktisch ausgebucht sind."
Fest steht: Die Vereine und die Gemeinde können und wollen die Halle nicht finanziell unterhalten. Und die Volksbank will verkaufen.