Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wo bitte geht's zu „Winnetou“?

Magda Bartel betreibt seit 50 Jahren eine der letzten urigen Kneipen und denkt noch lange nicht ans Aufhören

In der Gastwirtschaft Magda Bartels in Drochtersen-Hüll kann man seit 50 Jahren Bier trinken und einkaufen


sum. Drochtersen-Hüll. Urige Kneipen gibt es in Kehdingen nur noch wenige. Doch eine ist seit 50 Jahren unter einem ganz besonderen Namen überall bekannt. Wer die Gastwirtschaft von Magda Bartels an der Grünen Straße in Drochtersen-Hüll sucht, braucht nur nach "Winnetou" zu fragen.
Den Spitznamen hat die Kneipe mit angeschlossenem Tante-Emma-Lädchen von dem vor fünf Jahren verstorbenen Gastwirt Wilfried Bartels, der in seinem Heimatdorf Großenwörden in jungen Jahren auf einem Schimmel daher ritt und seitdem nur noch "Winntou" gerufen wurde. Doch die "Chefin" im Haus war und ist Magda Bartels (70).

Nach ihrer Ausbildung zum "Einzelhandelskaufmann" auf Krautsand - die weibliche Bezeichnung gab es damals noch nicht – wollte die junge Frau eigentlich erst mal in die weite Welt reisen. Als dann aber ihr Onkel Diedrich Schütt verstarb, beschloss die Nichte im Jahr 1966 spontan, ihre kinderlose Tante Anna bei dem Betrieb der Kneipe und des Gemischtwarenladens zu unterstützen. "Das war am Anfang nicht ganz einfach", erinnert sich Magda Bartels und erzählt mit einem Schmunzeln, dass es insbesondere Streit um das Licht gab: "Ich war der Meinung, wenn der Laden offen ist, muss auch das Licht brennen. Meine Tante wollte aber immer Strom sparen."

In der Gastwirtschaft an der Grünen Straße ist immer etwas los: Regelmäßig treffen sich die Männer aus dem Dorf zum Stammtisch oder die Schützen kehren nach einem Ausmarsch traditionell zu einem "Feierabendbier" ein. Wenn draußen Trecker und Hänger vorfahren, löschen die "Grünholer" vor dem Kranzbinden ihren Durst. Richtig voll wird es bei "Winnetou" am Himmelfahrtstag und an Pfingsten. Dann geben sich Fahrradfahrer und Spaziergänger die Klinke in die Hand. An solchen Tagen erhält die Gastwirtin tatkräftige Unterstützung von ihren drei Töchtern Gabi, Martina und Silke. "Sonst würde ich das gar nicht schaffen", erklärt die 70-Jährige.

Und immer wenn der Kneipenbetrieb läuft, hat auch der kleine Gemischtwarenhandel geöffnet, in dem Kinder früher wie heute ihre Süßigkeiten abzählen können und es alles gibt, was im Haushalt und in der Küche dringend benötigt wird. Nur am Montag ist Ruhetag.