Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

WOCHENBLATT mischt sich ein: Kirche räumt ihren Fehler ein

bc. Bützfleth/Drochtersen. Es lohnt sich durchaus, wenn sich das WOCHENBLATT einmischt. In diesem konkreten Fall hat die Drochterser Kirchengemeinde St. Johannis und Catharinen ihren Fehler eingeräumt. Es geht um die Berechnung der Vorauszahlung der Friedhofs-Unterhaltungsgebühr. „Da haben wir was falsch gemacht. Wir bedanken uns bei dem aufmerksamen WOCHENBLATT-Leser, der den Fehler bemerkt hat“, sagt Kirchenvorstandsvorsitzender Hinrich Knoop.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde ihre Gebührenordnung vor Kurzem geändert. Bei freiwilligen Vorauszahlungen wollte sie künftig einen jährlichen Preisaufschlag von 2,5 Prozent nehmen, um die Inflationsrate auszugleichen. Alle Gemeindemitglieder erhielten einen entsprechenden Brief.

Manfred Blech kam die Kalkulation spanisch vor. Er holte das WOCHENBLATT mit ins Boot. Statt 800 Euro für eine Grabstätte mit vier Grabbetten sollte er jetzt 1.483,16 Euro für 25 Jahre im Voraus zahlen. Zu viel für den Mann aus Bützfleth.

Ein weiterer WOCHENBLATT-Leser meldete sich zu Wort. Michael Orlowski vermutete einen simplen Rechenfehler der Kirchengemeinde: „Es wurde nicht berücksichtigt, dass von dem anfangs vorhandenen Betrag jährlich die Friedhofsgebühr zu entnehmen ist, und das bereits entnommene Geld keiner Verzinsung mehr unterworfen ist“, erklärte Orlowski. Er lieferte Alternativ-Rechnungen, die in jedem Fall auf einen niedrigeren Vorauszahlungsbetrag kommen. Das hat die Kirche jetzt offenbar auch eingesehen.

Zum Hintergrund: Die Kirche musste ihre Gebührenordnung ändern, weil der Friedhofshaushalt durch den Bau eines neuen Weges, der am vergangenen Wochenende eingeweiht wurde, ins Minus gerutscht war. Da sich ein Friedhof alleine aus den Gebühren trägt, müssen die Gebühren regelmäßig angepasst werden, um die Teuerungsrate zu berücksichtigen.

Manfred Mahler aus dem Drochterser Kirchenvorstand weist auf das Problem bei Vorauszahlungen hin, dass Steigerungen nachträglich nicht berücksichtigt werden können. Er betont aber auch: „Wir werden unseren Denkfehler korrigieren und die Vorauszahlung neu kalkulieren.“ Mahler möchte klargestellt wissen, dass Vorauszahlungen eine freiwillige Leistung seien: „Niemand wird gezwungen, sondern kann auch weiter jährlich bezahlen.“

Vermutlich werden die Drochterser Gemeindemitglieder bald über die neu kalkulierte Höhe der Vorauszahlung informiert, die dann weniger als 1,483,16 Euro für 25 Jahre betragen wird. Das WOCHENBLATT findet: Toll, dass die Kirche einen Irrtum eingesehen hat.