Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Großmastställe sind emissionsreiche Tierfabriken"

Grüne erleichtert über Bau-Verbot des Landkreises Stade

tp. Drochtersen. Michael Lemke, Grüner Bundestagskandidat im Wahlkreis Stade I/Rotenburg II aus Buxtehude, begrüßt die Entscheidung des Landkreises Stade gegen den weiteren Bau eines großen Schweinemaststalls in Drochtersen (das WOCHENBLATT berichte).
„Massentierhaltung und Großmastställe sind emissionsreiche Tierfabriken. Diese müssen auch wie gewerbsmäßige Fabriken behandelt werden“, sagt Lemke. Die Massentierhaltung habe seiner Ansicht nach in Niedersachsen ein Ausmaß angenommen, das Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen in der Nachbarschaft beeinträchtige. Oft sei der Dorffriede gefährdet, ebenso wirke sich die Massentierhaltung auf Natur und Klima negativ aus.
Der vom Verbot des Kreises Stade betroffene Landwirt aus Drochtersen wollte einen Schweinestall für weitere 2.000 Tiere sowie zwei Futtersilos und einen Güllebehälter bauen. Das Vorhaben wurde auf Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes abgelehnt. "Massentierhaltungsanlagen genießen eine Bevorzugung durch das Baurecht. Dadurch haben Kommunen überwiegend keine Möglichkeit bei Einhaltung der Baurichtlinien den Bau von Massentierstallungen in Abwägung mit anderen Entwicklungszielen zu steuern“, betont Michael Lemke und freut über die Entscheidung. "Auf Bundesebene wollen wir der zunehmenden Industrialisierung der Tierhaltung unter anderem mit Änderungen im Bau- und Immissionsschutzrecht begegnen", sagt der Grünen-Politiker. Die baurechtliche Privilegierung für Massentierhaltungsanlagen, für die ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren notwendig ist, wollen die Grünen streichen und die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger verbessern.