Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Im Gespräch mit Landwirten

Landfrau Anke Alpers aus Fredenbeck Fotos: sum

„Landwirtschaft aus Liebe reicht nicht zum Leben.“

sum. Drochtersen. „Der Grill darf 1.000 Euro kosten, das Kilo Nackensteak darauf aber nur 1,99 Euro. Das kann nicht gehen“, stand Dr. Maria Flachsbarth den Landwirten aus Kehdingen zur Seite. In der vergangenen Woche war die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Gastrednerin der achten Kehdinger Gespräche des CDU-Gemeindeverbandes.

Das endlich mal gute Wetter sorgte wohl dafür, dass viele Landwirte lieber auf den Feldern arbeiteten, als im Kehdinger Bürgerhaus über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren. Rund 50 Zuhörer folgten zunächst dem Impulsvortrag der CDU-Politikerin, in dem sie über das Leben mit dem Wolf, die Wirtschaftlichkeit der Betriebe und den Blick von außen auf die Landwirtschaft redete. „Wenn man einfach nur blöde Sprüche macht und diese den Landwirten um die Ohren schmeißt, ist damit keinem geholfen,“ erklärte sie und spielte damit auf die immer wieder gegen die Landwirtschaft gerichteten öffentlichen Anprangerungen an.

Die Wirtschaftlichkeit war auch das Kernproblem, das die anwesenden Landwirte auf den Tisch brachten. „Es regt mich richtig auf, wenn sich die Edeka auf großen Plakaten dafür entschuldigt, dass die Butter teurer geworden ist,“ ärgerte sich Landfrau und Bäuerin Anke Alpers aus Fredenbeck und fragte in die Runde: „Sind uns unsere Lebensmittel denn nichts mehr wert?“ Nach Auffassung von Dr. Maria Flachsbarth müsste ein Landwirt genau so viel verdienen, wie ein Arbeiter bei VW. „Wie soll das gehen, wenn wir in schlechten Jahren auch noch die Steuern für vergangene gute Jahre nachzahlen müssen und nichts für schlechte Zeiten ansparen dürfen?“ fragte ein Landwirt. Auch Dörte Neumann, Vorsitzende des Kreislandfrauenvereins Stade, erklärte, dass in vielen Betrieben drei Generationen von dem Einkommen leben müssen: „Wir können Landwirtschaft nicht nur aus Lust und Liebe betreiben. Davon kann man nicht leben.“