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Vogelfraß sorgt für große Schäden auf der Insel

Landwirt Hans-Georg Romund (re.) informierte Politiker über die Schäden auf seinen Wiesen
ig. Drochtersen. "Es wird Zeit, dass die Politik dieses Thema wieder aufnimmt", fordert der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke. Die Politik müsse endlich Farbe bekennen, was die Regulierung der Populationen angehe. Damman-Tamke und sein Landtagskollege Kai Seefried (CDU) diskutierten am vergangenen Mittwoch mit Krautsander Landwirten über die aktuellen Schäden durch Vogelfraß. "Wildgänse fressen meine Weiden und Äcker kahl. Auf meinem Land wächst nur noch Kraut. Gras gibt es kaum noch", schimpfte Landwirt Hans-Georg Romund, der die Politiker zum Gespräch einlud. "Dabei bin ich auf das Futter für meine Tiere angewiesen. Den ersten Grün-Schnitt kann ich vergessen."
Die Schäden durch Nonnen- und Graugänse seien in den letzten Jahren immens angestiegen, berichtete Damman-Tamke. "Ein Viertel der 800 000 Gänse, die durch Zentraleuropa ziehen, machen Rast in Norddeutschland. Eine unglaubliche Steigerung von bis zu 200 Prozent. Und die Population nimmt stark zu." Für viele Landwirte könne diese Entwicklung der Ruin bedeuten. Sein Vorschlag: Die betroffenen Kreise an den Küsten müssen sich zusammen tun, sich beraten und gemeinsam nach Lösungen suchen. "Denn Norddeutschland ist am Stärksten betroffen." Seefried und Dammann-Tamke wiesen auf das Kooperationsprogramm der Europäischen Union hin, das finanzielle Hilfe biete. Bislang erhalten Landwirte, die zum Programm gehören, 160 Euro pro Hektar. Auch wenn sie gar nicht zu den Geschädigten gehören. Da müsse die Politik Korrekturen vornehmen, sagt Seefried. Dann können die wirklich Geschädigten mehr Geld erhalten. Wieviel ist noch ungewiss. Insider sprechen von Millionen-Entschädigungen. Der Landtagsabgeordnete will sich auch für eine Anlaufstelle vor Ort einsetzen. "Ein Gutachter nimmt dann die Schäden auf, sorgt für Entschädigung."
Das EU-Programm wird gerade überarbeitet. Die neue Fassung soll 2014 vorlegen. Bis dahin müsse das Umwelt-Ministerium dafür Sorge tragen, dass regionallspezifische Abweichungen im Programm vorgenommen werden, sagt Gesprächsteilnehmer Klaus-Hinrich Breuer, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.