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Von wegen Politikverdrossenheit

Das Duell der Kandidaten in der Elbmarschen-schule
 
Mehr als 250 Pennäler in der KGS-Aula

Bürgermeisterwahl in Drochtersen / Lebhafte Diskussion in der KGS Drochtersen mit den Kandidaten

ig. Drochtersen. Sie argumentierten emotional, aber kenntnisreich – und sie schenkten den beiden Kandidaten nichts. An der Drochterser Elbmarschen-Schule standen am vergangenen Mittwoch die Bürgermeisterkandidaten Mike Eckhoff (Gemeinde-Kämmerer und Kandidat der CDU, der SPD und der Grünen) und Matthias Schwed (FWG Drochtersen) den Pennälern Rede und Antwort. An der Diskussion in der KGS-Mensa, moderiert von Lehrer Lutz Bendler und den Schülerinnen Maria Zastrau und Yiva Salsas Triebe, nahmen 250 Pennäler teil - die meisten von ihnen über 16 Jahre und damit auf kommunaler Ebene wahlberechtigt.
Das Ergebnis lässt hoffen: Von wegen Politikverdrossenheit, negative Einstellung gegenüber politischen Akteuren und staatlichen Institutionen: Fast alle Schüler wollen wählen gehen. Wen? Da müssen einige noch überlegen. So etwas wie einen Faktencheck unternehmen. Andere bekunden, "ihren" Kandidaten nach der 90-minütigen Diskussion schon gefunden zu haben.
Das Spektrum der Fragen ist vielschichtig. Warum die Kandidatur? Wie kann Drochtersen für Jugendliche attraktiver gestaltet werden? Warum lohnt es sich, hier zu bleiben? Wie ist die Meinung zum Flüchtlingsproblem? Was passiert mit dem Drochterser Schwimmbad? Wie sieht die Zukunft in Sachen Tourismus aus? Wann kommt endlich der Autobahn-Tunnel?
Persönlich wird Schwed, als er seinem Gegenüber vorwirft, die Sorgen und Nöte der Bürger nicht zu kennen. Eckhoff dementiert: Er kenne sehr wohl die Belange, freue sich, dass seine Info-Abende so gut besucht seien. Und: "Unsere Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren positiv weiterentwickelt." Schwed stellt die Bürgerbeteiligung heraus, will mobile Sprechstunden anbieten. "Meine Tür steht immer allen Bürgern offen." Sein Vorwurf: Es gäbe in der Drochterser Verwaltung "Hinterzimmerpolitik und verkrustete Strukturen. "Von wegen", erwidert Eckhoff. „Politik wird nicht heimlich im Stübchen vollzogen.“ Transparenz stehe obenan.
Die Gemeinde würde sich nicht um die Erschließung von Gewerbegebieten kümmern, wirft Schwed dem Kämmerer vor. Er kenne Unternehmer, die sich ansiedeln wollten - und jetzt in anderen Orten ihre Zelte aufgeschlagen hätten. Gründstücke erwerben, sei nicht wie Brötchen kaufen, erwidert Eckhoff. Die Gemeinde stehe mit Landwirten in intensiven Verhandlungen.
Das Thema Straßenlaternen beschäftigt die Schüler. Einige Wege zur Schule befänden sich im Dunkeln. „Mehr Lampen müssen aufgestellt werden.“ Auch würden Feier-Möglichkeiten für Jugendliche fehlen. Schwed könnte sich einen Billard-Pub vorstellen. Eckhoff will mit Wirten und Veranstaltern sprechen.
Im Schluss-Statement nennt Eckhoff Schweds Wahlprogramm ein "Wunsch-Programm": Kindergartengebühren und Realsteuern sollen gesenkt werden. "Wie will Herr Schwed alles finanzieren?" Kritisch äußert sich der FWG-Kandidat in der Schlussrunde über die Mehrheit im Drochterser Rat. Entscheidungen würden wegen des Fraktionszwanges bereits vor der Diskussion in Ratssitzungen feststehen. Eckhoff: Das habe er noch nie erlebt. Was einigen Teilnehmern nicht gefiel: "Häufig wurde - wenn die Kandidaten sich Scharmützel leisteten - abgebrochen", so die 16-jährige Maria Gäbel.