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Was geht noch auf Krautsand?

Heftige Kritik an der Verordnung "Landschaftsschutzgebiet (LSG) Kehdinger Marsch" / Stellungnahme der Gemeinde soll nachgebessert werden
ig. Krautsand. Geht bald nichts mehr auf der Elbinsel Krautsand? Viele Kehdinger befürchten das, wenn die Verordnung des Landkreises Stade über das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Kehdinger Marsch in Kraft trifft. Das Thema erregt jedenfalls die Gemüter. Zur Sitzung des Drochterser "Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Umwelt und Tourismus" (GUT) kamen mehr als 60 Zuhörer.
Bürgermeister Mike Eckhoff erläuterte, dass die Unterlagen zum LSG seit dem 1. Februar öffentlich ausliegen. Damit sollen Wünsche, Anregungen und Forderungen gesammelt und einer Abwägung unterzogen werden. Die endgültige Landschaftsschutzverordnung wird vom Kreistag beschlossen.
Die dem Ausschuss vorgelegte Stellungnahme reichte den Mitgliedern nicht aus: Sie soll erweitert werden. Themen wie Tourismus auf Krautsand, Landwirtschaft ohne massive Einschnitte, Schutz der Werft Hatecke oder die Nutzung der Elbnebenarme durch Wassersportler sollen konkreter erfasst werden. Deshalb sprachen sich die Mitglieder für eine Fristverlängerung durch den Landkreis bis zum 30. März aus, um die Neufassung auf der nächsten Ratssitzung zu diskutieren.
Der Leiter des Naturschutzamtes beim Landkreis, Dr. Uwe Andreas, betonte, der Landkreis habe die Wahl gehabt, entweder eine Naturschutzverordnung oder eben nur eine Landschaftsschutzverordnung zu erlassen. In der Naturschutzverordnung werde jedes Detail geregelt, verboten sei alles, was nicht ausdrücklich erlaubt werde. "Beim Landschaftsschutz ist nur das verboten, was ausdrücklich genannt wird. Alles andere ist erlaubt." Zudem seien die Regelungen für die Landwirtschaft, die es im Vertragsnaturschutz gab, "eins zu eins übernommen worden".
Weiter führte er aus: Landwirtschaftliche Nutzungen bleiben möglich, bzw. sind freigestellt. Öffentliche Straßen und Wege dürfe weiter befahren werden. Naturverträgliche Projekte für den Tourismus sind akzeptabel. Da keine Aussagen zum Wassersport getroffen werden, bestehe auch kein Verbot des Wasser- und Segelsports. Nicht betroffen von der LSG sind der Strand, die Werft, der Kotterbachsee und alle Hofstellen. Diese sind auch nicht Teil des EU-Vogelschutzgebietes.
Die Fraktionen einigten sich darauf, eine Fristverlängerung für die Ergänzung der Gemeinde-Stellungnahme beim Landkreis Stade zu beantragen, um die Stellungnahme zu ergänzen, diese daraufhin in der Ratssitzung am 29. März. erneut zu beraten und beschließen zu lassen. Der Fristverlängerung wurde inzwischen zugestimmt.
"Menschen müssen in diesen Gebieten noch vernünftig wirtschaften und leben können", betonte der Fraktionsvorsitzende Heino Baumgarten (SPD). FWG-Mann Cornelius van Lessen kündigte an, dass die Wählergemeinschaft Einwendungen gegen die Verordnung erheben werde.