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Auch einem Olympia-Sieger schlottern die Knie

Vorbild: Frank Wieneke zeigt seine Goldmedaille dem Judo-Nachwuchs
 
Gekämpft wurde in Drochtersen um den "Kehdingen Cup"
Turnier um den "Kehdingen Cup" mit Judo-Legende Frank Wieneke / Rund dreihundert Atike beim Traditions-Event dabei
ig. Drochersen. Wichtig sei das Aufwärmen. Und man müsse aufgeregt sein. „Die Knie können ruhig schlottern. Das tun sie beim Gegner auch. Es gibt nämlich keinen, der völlig cool in den Kampf geht", sagt Judo-Legende Frank Wieneke, der am vergangenen Wochenende den jungen Teilnehmern beim traditionellen Kehdingen Cup in der Drochterser Dreifachhalle Tipps gab, "um im Judo voranzukommen". Der Ausnahme-Athlet beeindruckte den Nachwuchs beim Frage- und Antwortspiel und bei der Fortbildung auf der Matte. Klare Sache, dass Wieneke auch seine Gold-Medaille dabei hatte und sie den staunenden Kids präsentierte. Wieneke holte in Los Angeles olympisches Gold, führte als Bundestrainer Ole Bischof 2008 in Peking zum Titel. Seine Karriere krönte er mit fünf "wichtigen" Medaillen. „Drei bei Europameisterschaften und zwei bei den Spielen." Dann der verblüffende Nachsatz. "Eigentlich zu wenig, wenn man bedenkt, was ich geopfert habe." Und: Er habe weitaus mehr Kämpfe verloren als gewonnen. Aber das gehöre dazu, um erfolgreich zu sein, so der Träger des siebten Dans zu seinen jungen Zuhörern.
Er habe mit acht Jahren mit dem Kampfsport angefangen, sich nicht vorstellen können, einmal Olympisches Gold- und Silber zu ergattern. "Lotto-Millionär zu werden ist eher möglich, als bei Olympia eine Medaille zu gewinnen." Aber er habe von einer Medaille immer geträumt. Und der Traum wurde wahr. Dafür sorgte knallhartes Training. Wieneke: "Judoka müssen 10.000 Stunden trainieren, um in einer Technik exzellent zu werden." Mit ernsthaften Verletzungen wurde der Ausnahme-Judoka nicht konfrontiert. Er verdanke das dem Krafttraining, das er bis heute intensiv betreibt. Seine Trainings-Philosophie: Kinder sollten mit zwölf oder 13 Jahren mit dem Krafttraining beginnen. Er wisse aber, dass andere Trainer und Eltern anderer Auffassung seien. Die Medaillen haben ihm keinen Reichtum beschert. "Damals gab es zwei bis drei Werbeangebote. Das war es denn auch."
Am Tag vor dem Lehrgang ging es in der Sporthallen um den "Kehdingen Cup". Rund Judoka aus ganz Europa, darunter Aktive aus Russland, Holland, Weißrussland, England, Ukraine und ganz Deutschland waren angereist, kämpften um den begehrten Pott. Dabei war auch eine kleine Delegation aus Algerien.
Die besten Vereine beim männlichern und weiblichen Nachwuchs waren TH Eilbeck und der KSV Grimmen. So schnitten die Judoka aus dem Landkreis Stade ab: 2. Leana Schmidt (-40), 2. Kian Alan (-50), 3. Marvie Longeru (-28), 3. Franziska Schulze (-30), 3. Bente Zöllner (-36, alle VfL Stade) - 2. Nicole Slej (-38 kg, TVG Drochtersen) - 1. Kilian Brümmel (+66), 2. Jamel Motuo Chimi (+66), 3. Till Kluth (-43), 1. Lina Julie Ramspott (-63), 3. Lina Julie Ramspott (+63, alle VfL Horneburg).
Für den Chef-Organisator Christian Gottschalk war das Event rundherum gelungen. "Völkerverständigung durch den Sport", so der Judo-Abteilungsleiter im TVG Drochtersen. Dazu habe auch am Freitag die Kennenlern-Disco mit Grillen, an der 200 Judoka teilnahmen, in der Kulturscheune beigetragen.