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Ein zu lauter Volkssport

Gorodki wird in Drochtersen nicht mehr gespielt. Die Anlage bleibt geschlossen (Foto: ig)

Die Drochterser Gorodki-Anlage wird nicht wieder eröffnet / Sportler lehnen einen „Neubau“ ab

ig. Drochtersen. Die Gorodki-Anlage am Drochterser Hallenbad wird nicht wieder für den Spielbetrieb geöffnet. Ein „Neubau“ an anderer Stelle wird von den Sportlern, die sehr viel Eigenleistung investitiert hatten, abgelehnt. „Die sind sehr frustriert über die kontroverse öffentliche Diskussion, die ihr Sportbetrieb ausgelöst hat.“ Das gab der Drochterser Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch auf Anfrage auf der letzten Gemeinderatssitzung bekannt.
Die Männer, die in der Gemeinde Gorodki spielten, kommen aus Russland oder Kirgisien. Dort ist Gorodki ein Volkssport. Ziel des Spiels ist es, Holzfiguren mit einem Wurfstab aus einer abgegrenzten Spielfläche heraus zu schlagen. Das verursacht Lärm.
In einem Schreiben an den TVG Drochtersen, zu dem die Gorodki-Abteilung gehört, beschwerten sich Anlieger über die Lautstärke, die von der Anlage ausgeht. „Wir sind nicht gegen die Sportart, sondern gegen den Standort", so Günter Schmidt, Sprecher der Anlieger, die um den Wohnwert ihrer Häuser und der Mietwohnungen fürchten. Die Lage sei ungünstig. Die hohen Gebäude im Umkreis würden den Lärm sogar noch verstärken.
Die Anlage entstand vor gut einem Jahr mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Drochtersen, des Landessportbundes und einer Sammelaktion. „Sie wurde in Abstimmung mit der Gemeinde und dem TVG auf dem kleinen Dienstweg errichtet“, so Bösch damals. „Wir wollten den Sportbegeisterten schnell und unkompliziert entgegenkommen.“
Der Drochterser Sportverein hatte sich vor einem Jahr erfolgreich bei der Aktion „Integrieren durch Sport" vom Kreissportbund um einen Zuschuss beworben, erhielt 1.500 Euro. 2.000 Euro gab es von der Gemeinde Drochtersen. Startkapital waren 1000 Euro, die Silvester 2010 beim Verkauf von Gücksschweinen zusammenkamen. Der Bürgermeister: „Ich bedaure es, dass die Anlage nicht mehr benutzt werden kann. Sie wurde schließlich gut angenommen."