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Kommen jetzt die Bayern oder die Borussen?

Nach dem Sieg im Marschgwegstadion: D/A
 

SV Drochtersen/Assel besiegt den VfB Oldenburg und zieht in den DFB-Pokal ein / 1.000 Fans feiern ihr Team

ig. Drochtersen. D/A schreibt Geschichte: Die Südkehdinger Fußballer putzten am vergangenen Ostersamstag den Regionalliga-Tabellenführer VfB Oldenburg mit 2:1, ziehen in das Pokalfinale des niedersächsischen Landespokals ein und qualifizieren sich für die erste Runde des DFB-Pokals. Zudem können die Kehdinger am 28. Mai ihre Elf live im TV erleben – präsentiert von der ARD. 120.000 Euro Einnahmen winken nun den Kehdingern. Im Finale trifft D/A entweder auf den Oberligisten 1. FC Germania Egestorf-Langreder oder auf den VfL Osnabrück, die das zweite Halbfinale am 13. April bestreiten.
Das Publikum erlebte in Odenburg einen Pokalspiel erster Güte - mit einem bärenstarken "Underdog" D/A als Sieger. Mit einer kompakten und aufopferungsvollen Defensivarbeit sowie zweier schöner Tore von Stefan Wolk (41.) und Oliver Ioannou (55.) setzte sich der Regionalliga-Aufsteiger gegen die ambitionierten Gastgeber durch. Der Anschlusstreffer per Elfmeter in der 60. Minute läutete zwar eine druckvolle Schlusshalbestunde des Heimteams ein. Doch D/A ließ sich nicht beirren, erarbeitete sich Konterchancen, brachte den Sieg über die Zeit - auch dank eines herausragenden Keepers Patrick Siefkes im Tor. Trainer Enrico Maaßen sprach nach der Partie von einem nicht unverdienten Sieg. "Unsere Taktik ist aufgegangen. Für die Mannschaft, die hier das Spiel machen muss, ist es einfacher, wenn man defensiv diszipliniert spielt." Sauer war er über die Beschaffenheit des Platzes. "Ein Kartoffelacker." Sein Gegenüber Dietmar Hirsch: "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Aber wir müssen aus unseren Chancen ein Tor machen."
Die rund 600 mitgereisten Fans feierten ihre Mannschaft frenetisch: Mit neun Bussen waren sie zum Oldenburger Marschwegstadion gefahren, um den Landespokal-Fight ihrer Elf gegen den Tabellenführer VfB Oldenburg mitzuerleben. "Zum Spiel der Spiele", wie Vereinsboss Rigo Gooßen sagte. Schon in den Bussen war die Stimmung prächtig. Immer wieder wurde die Vereinshymne intoniert: "D/A in aller Munde." Fan Heinz-Georg Schwoon prophezeite bereits, dass D/A siegen und in den DFB-Pokal einsteigen würde. Das sah auch der ehemalige Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch so.
Keine halbe Stunde vor dem Anpfiff hatten die Kehdinger "Heerscharen" ihre Plätze gefunden, waren überwältigt von der Atmosphäre im Stadion - und übten sich im Singen. Immerhin mussten sie es gegen rund 5.000 VFL-Fans aufnehmen. Kein Problem: Gegen die "Übermacht" hielten sich die Kehdinger gut. Laut schallte es durch das Sportrund: "Hier regiert D/A. Wir sind die Nummer eins im Kreis."
Als die SV mit 2:0 in Führung ging, trat bei den Oldenburger Fans Stille ein. Die Gesänge der D/A-Fans erschallten umso lauter, sorgten dafür, dass die Auswärtspartie zum Heimspiel geriet. "Was für eine grandiose Stimmung", jubelte Wolfgang Deutsch und ließ sich auch nicht beirren, als die Oldenburger ein Elfmeter zugesprochen bekamen und den Anschlusstreffer erzielten. "Keine Bange. Wir gewinnen mit 2:1." Er behielt Recht! Nach dem Abpfiff: grenzenloser Jubel, ein überwältigter Vereins-Chef mit Tränen in den Augen, ein Trainer der die "La Ola-Welle" inszenierte, eine Mannschaft, die sich feiern ließ. Emotionen pur - und daneben VfB-Kicker, die frustriert auf dem Rasen lagen, dann mit hängenden Köpfen die Kabinen aufsuchten.
Nach knapp drei Stunden Rückfahrt war zu Hause "Dorffest" im und vor dem Vereinsheim angesagt. Für die eintreffende Mannschaft bildeten die Fans ein Spalier. Gefeiert wurde bis in den frühen Morgen.
Das Team war nur kurz dabei: Schon am Montag stand die nächste schwere Aufgabe an: das Auswärtsspiel in der Fußball-Regionalliga Nord bei Eintracht Norderstedt. Die Gastgeber wollten die Partie nicht verschieben. Trainer Maaßen schimpfte: "Eine Frechheit." Die Kehdinger unterlagen Norderstedt trotz Halbzeitführung mit 2:3.
Im DFB-Pokal könnten die nächsten Konkurrenten Bayern München, Borussia Dortmund oder der HSV sein. "Bitte nicht die Hanseaten", twittert HSV-Fan Anja Schulz. "Dann fliegt Hamburg ja wieder in Runde eins raus."