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Alte Ziegelei weicht Solarpark

Der erste Solarpark im Landkreis Stade hat die Größe von 17 Fußballfeldern Foto: sum

Enerparc Gruppe Hamburg errichtet in Barnkrug Photovoltaik-Anlage mit 28.000 Solar-Modulen

sum. Drochtersen-Barnkrug. Wo einst der Schornstein der Ziegelei Horwege gut sichtbar qualmte, produziert die Enerparc Gruppe aus Hamburg zukünftig, eingesäumt von Obstbäumen und Weiden, jede Menge CO2-freien Strom. Bis Anfang September sollen alle Arbeiten an der ersten Photovoltaik-Anlage im Landkreis Stade mit einer Größe von 17 Fußballfeldern abgeschlossen sein.

„Als wir vor zehn Jahren die Ziegelei aufgeben mussten, war uns klar, dass hier etwas Neues entstehen soll“, erklärt Reinhard Witt aus Stade, der die 1885 gegründete Ziegelei in fünfter Generation betrieb. Er und Ehefrau Joanna wollten die Entstehung einer brachliegenden Ruine vermeiden und machten sich auf die Suche nach möglichen zukunftsorientierten Alternativen und passenden Investoren. „Zuerst dachten wir an eine Biogasanlage“, berichtet der ehemalige Ziegeleibetreiber, „doch dann fiel der Blick in Richtung Solarenergie.“

Mit Hilfe der Gemeinde Drochtersen entstand 2014 der erste Kontakt zu der Enerparc Gruppe. Das Unternehmen aus Hamburg entwickelt, baut, investiert und betreibt Photovoltaik-Anlagen. Sie arbeitet mit Gemeinden und externen Projektentwicklern zusammen, die nach geeigneten Flächen suchen. Nachdem man sich einig wurde, pachtete Enerparc die Flächen für 25 Jahre.

Im Frühjahr begannen die Abrissarbeiten. Die Hallen der ehemaligen Ziegelei und der markante Turm mussten weichen. Einzig ein altes, unter Denkmalschutz stehendes Bauernhaus und ein modern wirkendes Bürogebäude blieben stehen.

Mehr als 28.000 Solar-Module finden auf der elf Hektar großen Fläche Platz. Auf Rückfrage erklärte Stefan Müller von der Enerparc Gruppe, dass die Anlage bis zu 7,5 Gigawattstunden (GWh) CO2-freien Strom erzeugen kann, was dem Energiebedarf für knapp 2.000 Haushalte entspricht. Enerparc vermarktet den Strom selber an der Strombörse und investierte etwa 6 Millionen Euro in das Barnkruger Projekt. Um den auf dem ehemaligen Ziegeleigelände beheimateten Tieren neue Unterkünfte zu bieten, brachte das Unternehmen in der Nähe des Parks Fledermauskästen und Nisthilfen an. Die Ausgleichsmaßnahmen werden noch umgesetzt.

Was aus dem alten Haus und dem Bürogebäude, an dem nur noch das Schild „Klinkerwerk Horwege“ auf die bisherige Wirkungsstätte hinweist, wissen Reinhard und Joanna Witt noch nicht: „Wir werden das Bürogebäude erst mal wieder auf Vordermann bringen und würden die Gebäude anschließend gerne vermieten oder verkaufen.“