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Betrüger scharf auf Walfang-Gemälde? Was ein Elbmarscher mit dubiosen Kaufinteressenten im Internet erlebte

Warnt vor dubiosen Kaufinteressenten: Klaus-Peter Janus mit seinen im Internet angebotenen Gemälden
ce. Schwinde. "Um ein Haar hätte ich viel Geld und wertvolle Bilder verloren." Das sagt Klaus-Peter Janus (62) aus dem Elbmarsch-Dorf Schwinde. Er wäre beinahe auf offensichtlich dubiose Kunstkäufer in einem Internetportal hereingefallen. "Die Masche ist recht clever. Ich möchte daher andere warnen, damit sie keine Pleite erleben."
Auf der Internetplattform www.schaetze24.de, wo Kunstwerke verkauft und von Experten geschätzt werden können, hatte Klaus-Peter Janus zwei Gemälde angeboten. Sie zeigen den Walfang vor der norwegischen Küste im 17. Jahrhundert und ein Stillleben mit Obstschale. Ersteres Bild wurde auf 400, Letzteres auf 1.000 Euro geschätzt. Für beide zusammen wollte Janus 960 Euro haben.
Bei dem Elbmarscher meldete sich eine angebliche Interessentin unter der Mailadresse "judithmcknife@gmx.com" (Name geändert, richtige Adresse liegt Red. vor). Sie gab an, im kanadischen Quebec zu leben. Offenbar mit Hilfe eines Übersetzungsprogrammes schrieb sie an Janus: "Bitte lassen Sie mich wissen, was Ihnen der Preis so schnell wie Sie bereit sind, zu verkaufen." Zudem bat sie ihn, ihr die Kosten für eine Verschickung der Bilder von Deutschland in die USA mitzuteilen.
Janus freute sich über das Interesse, ging mit dem Preis nochmal auf 880 Euro runter und verlangte von "Judith McKnife" 978,99 Euro inklusive Versand. Wenig später erhielt er von ihr einen Scheck über 2.900 Euro mit dem Hinweis, die Summe beinhalte auch die Kosten für Versand, Lieferung und Versicherung der Gemälde. Sobald Janus den Scheck bei seiner Bank eingelöst habe, werde sich ein "Delivery Agent" bei ihm melden, dem er den Differenzbetrag und die Bilder übergeben und so "den Transport erleichtern" solle.
"Wieso will die Käuferin teures Geld bezahlen für den Versand, wenn ein Mittelsmann bei mir die Kunstwerke abholt?", schüttelt Klaus-Peter Janus verständnislos den Kopf. Auf dem Scheck steht, dass er angeblich am 2. Februar in Hamburg ausgestellt worden ist. Der Brief, in dem er kam, trägt aber einen englischen Poststempel vom gleichen Tag. "Als ich das sah, habe ich die Finger von dem Handel gelassen", erklärt er. Der pensionierte Justizbeamte holte sich auch Rat bei seiner Bank: "Dort sagte man mir, dass es bis zu 180 Tage dauern kann, bis Geld aus dem Ausland auf ein deutsches Konto überwiesen ist. Spätestens in einem halben Jahr hätte ich wahrscheinlich erfahren, dass der Scheck gar nicht gedeckt ist. Die kostenbaren Bilderschätze und das Geld wären verloren gewesen."
Auch nach diesen Erfahrungen will er den malerischen Walfang und das Obst-Stillleben weiter auf www.schaetze24.de anbieten. Janus: "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, doch noch einen ehrlichen Käufer zu finden."