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"Ein Motiv sehen wir nicht": Stover Pferderennvereins-Geschäftsführer Jörn Reimers nahm sich das Leben

Der Pferderennsport war sein Leben: Vereinsgeschäftsführer Jörn Reimers (re.) beim Stover Rennen 2012 mit (v. re.) Dr. Sjoerd von der Galien, Gewinner des "Großen Preis von Stove", dem Vereinsvorsitzenden Günther Porth und Rennbahn-Sprecher Hans Ludolf Matthiessen (Foto: archiv)
ce. Stove. Die Elbmarsch trauert um eines prägendsten Urgesteine: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich Jörn Reimers, Geschäftsführer des Stover Rennvereins von 1874, am Neujahrstag im Alter von 55 Jahren das Leben genommen. Nach Angaben des mit ihm befreundeten Vereinsvorsitzenden Günther Porth erschoss sich Reimers auf einem Feld in der Elbmarsch mit seiner Jagdwaffe. "Jörn hatte seit einem halben Jahr depressive Phasen, aber jeder hängt mal durch. Ein Motiv für den Selbstmord sehen wir vom Vereinsvorstand nicht", sagte Porth gegenüber dem WOCHENBLATT.
Mehr als 20 Jahre lang zeichnete der 1958 geborene Jörn Reimers für die Organisation des international bekannten Stover Pferderennens verantwortlich, zu dessen 39. Auflage im Juli mehr als 10.000 begeisterte Besucher aus ganz Deutschland an den Elbdeich kamen. "Es war eine rundum gelungene Veranstaltung", hatte sich der Junggeselle mit dem gesamten Vorstand gefreut. "Als Geschäftsführer ging er immer ruhig an die Sache heran und war allen Situationen gewachsen", berichtet Günther Porth. Wie es mit dem Rennverein weitergeht und ob angesichts von Reimers' Tod die Traditionsveranstaltung auch in diesem Jahr stattfindet, darüber will der Verein auf einer Sitzung am Montag, 13. Januar, beraten.
Jörn Reimers engagierte sich neben dem Rennverein auch als Organisator des Dorffestes und Treckertreffens. In seiner Heimatgemeinde Drage wirkte er seit 2001 im Rat mit sowie in verschiedenen Ausschüssen. Zudem war er von 2006 bis 2011 Vorsitzender der GfD. Im Elbmarscher Samtgemeinderat saß Reimers seit 2004, leitete den Finanzausschuss und gehörte dem Ausschuss für Wirtschaft, Touristik und ÖPNV an. "Er war im Rat kein bequemer Mensch, hat auch mal quer gedacht. In manchen Sitzungen sind wir sachlich aneinandergeraten, dabei wurde es aber nie persönlich", sagt Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth, den ein "freundschaftliches Verhältnis" mit Reimers verband. Dessen Tod kam auch für Roth völlig unerwartet: "Jörn Reimers war nach außen hin immer ein engagierter Pragmatiker und ein starker Mann."