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Elbmarscher Wissenschaftler zu Windkraft-Plänen: "Wir müssen uns gegen den Windwahn zur Wehr setzen"

Prof. Dr. Reinhard Strehlow (Foto: archiv)
ce. Elbmarsch. "Die avifaunistischen Gutachten über die Flächen, auf denen der Windpark Tespe geplant ist, liegen vor. Nicht nur der Rotmilan, sondern auch andere schützenswerte Tiere wurden gefunden. Eigentlich sollte dies, wie vorher von den Politikern gesagt, das Aus für diesen Windpark sein." Das sagt der Diplom-Physiker Prof. Dr. Reinhard Strehlow (64) aus Bütlingen, Mitglied in der Bürgerinitiative Windpark Tespe, mit Blick auf die jüngste Empfehlung des Landkreises Harburg, den Raum Tespe als geplanten Windkraft-Standort zu streichen. Ausschlaggebend war das Vorkommen der Vogelarten.
Bei einem Aus für den Windpark - so Strehlow weiter - wäre der Landkreis "um die Erkenntnis reicher, dass er mit der Elbmarsch ein einzigartiges Refugium für unzählige Vögel und andere Tiere besitzt, welches es auch zukünftig vor erneuten unseligen Übergriffen von Inverstoren, wenn möglich sogar gesetzlich, zu schützen gilt". Auch der Gemeinderat Tespe und der Samtgemeinderat der Elbmarsch könnten jetzt versuchen, durch besonnenes Agieren verlorenes Vertrauen in der Bevölkerung zurückzugewinnen.
Der Wissenschaftler bezweifelt jedoch, dass dies passieren werde, da im Landkreis bereits über das Aufstellen von 200 Meter hohen Windrädern an „geeigneten“ Stellen nachgedacht wird. Diese Variante des Ausbaus der Windenergie wäre nicht nur noch unökonomischer. Es würde die „Verspargelung“ der Landschaft unnötig fördern, die Belästigung der Bevölkerung durch Lärm und Schattenwurf weiter verschärfen und die gesundheitlichen Risiken durch Infraschall weiter streuen. Weitere Horrorszenarien seien absehbar. So plane die Landesregierung durch einen Erlass, die Mindestabstände zwischen Windkraftanlagen und Wohngebieten von derzeit 1.000 auf 400 Meter zu reduzieren. Dieses sei "verantwortungslos gegenüber Mensch und Natur".
"Es ist in meinen Augen absolut notwendig, dass sich verantwortungsbewusste Bürger organisieren und gegen diesen 'Windwahn' zur Wehr setzen", mahnt Strehlow. Er verweist auf Mitglieder der Ärztekammer Niedersachsens, die sich kürzlich zusammenschlossen, um auf die Gefahren von Infraschall hinzuweisen. Ziel müsse es sein, den für nötig gehaltenen zukünftigen Ausbau der Windenergie in Übereinstimmung mit der Bevölkerung und zu ihrem Wohl, aber nicht gegen die Menschen zu realisieren.
- Reinhard Strehlow weist darauf hin, dass die Bevölkerung noch bis zum 30. November ihren Einspruch bei der Landesregierung in Hannover vorbringen kann. Entsprechende Formulare sind unter www.windkraftnetzwerk-nds.de und www.biwite.de zu finden.