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"Derzeit völlig überzogen": Marschachter Gruppe CDU-Freie Wähler kritisiert geplante Krippenerweiterung

CDU-Freie-Wähler-Sprecher Jan von Gartzen (Foto: von Gartzen)
ce. Marschacht. Auf massive Kritik bei der Gruppe CDU-Freie Wähler (FW) im Marschachter Gemeinderat stoßen aufgrund der hohen Kosten die Planungen für einen Krippenerweiterungsbau. Dieser soll mit insgesamt rund 375.000 Euro zu Buche schlagen, wovon die Gemeinde etwa 180.000 Euro als Fördermittel zurückerhalten soll. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kinder- und Jugendbetreuung hatten sich die Fraktionen der SPD und der Grünen für das Vorhaben ausgesprochen.
Bei den 375.000 Euro - so Gruppensprecher Jan von Gartzen - handele es sich um reine Bau- und Einrichtungskosten. "Hinzu kommen laufende Betriebskosten sowie eine weitere Erhöhung der Personalkosten im Bereich Kinderbetreuung um jährlich ca. 90.000 Euro, weil für die neue Krippengruppe neues Personal eingestellt werden muss", gibt von Gartzen zu bedenken. Der jährliche Zuschuss, den die Gemeinde an den Betrieb der Kindergärten und Krippen leisten müsse, steige damit von gut 700.000 Euro im Jahr 2016 auf knapp 800.000 Euro ab 2017. Hinzu kämen jährliche Steigerungen durch tarifliche Lohnerhöhungen, die den Beschäftigten zustünden.
Die Gruppe CDU-FW stelle sich - so von Gartzen - nicht grundsätzlich gegen eine Erweiterungsmaßnahme, halte sie aber für "derzeit völlig überzogen", da die Befürworter weder einen akuten noch einen dauerhaften Bedarf ermittelt hätten bzw. es nicht für nötig hielten, einen solchen Bedarf zur Grundlage einer derart weitreichenden Entscheidung zu machen.
Ausgangsbasis für die jüngste Abstimmung über eine Krippenerweiterung war laut Jan von Gartzen eine Warteliste von Kindern für Krippenplätze, die das DRK als Betreiber der Gemeinde im Oktober 2016 für 2017 vorlegte. Darauf standen 15 Kinder, die im Laufe des Jahres 2017 einen Platz suchen. "Diese Liste wurde zu keiner Zeit von den Befürwortern auf ihren aktuellen Stand hin geprüft", bemängelt von Garten. Mehr als die Hälfte der Kinder auf der Liste hätten inzwischen in bestehenden Einrichtungen einen Platz gefunden. Außerdem habe sich die Gemeinde bereiterklärt, ab April 2017 einen weiteren Tagesmütter-Zusammenschluss zu unterstützen. Der könne - ähnlich wie die seit drei Jahren erfolgreichen "Deichkrabbler" - weitere acht Kinder aufnehmen. "Dieses Vorgehen begrüßt die Gruppe CDU-Freie Wähler ausdrücklich, weil hier schnell, günstig und flexibel der noch bestehende Rest an Wartenden untergebracht werden kann", betont von Garten. "Schreibt man die Liste aus dem Oktober 2016 aktuell fort, so ergibt sich, dass es ab April 2017 in der Gemeinde Marschacht keine Warteliste für Betreuungsplätze mehr gibt."