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"Wir wollen mit vom Rat geschaffener Rechtssicherheit leben!"

Auf der Pressekonferenz: Uwe Schaumann (li.). Sprecher der Interessengemeinschaft "Integriertes Wohnen in der touristischer Gemeinschaft Stover Strand", und Campingplatzbetreiber Norbert Kloodt
 
Um sie dreht sich der Streit: einige der dauerhaft bewohnten Holzhäuser auf dem Campinggelände (Foto: Kloodt)

Stover Campingplatz-Betreiber, Interessengemeinschaft und Bürgermeister zu beantragter Normenkontrollklage gegen Bebauungsplan

ce. Stove. "Wir sind rechtschaffene Menschen und wollen durch die vom Rat geschaffene Rechtssicherheit auf diesem Gelände auch weiterhin leben!" Das erklärte Uwe Schaumann, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) "Integriertes Wohnen in der touristischen Gemeinschaft Stover Strand", jetzt auf einer Pressekonferenz in Stove. Hierzu eingeladen hatte Norbert Kloodt, Betreiber des Campingplatzes Stover Strand. Kloodt und die IG-Mitglieder nahmen Stellung zu der praktizierten Wohnform und zum Antrag auf Normenkontrollklage, den Dörte Land, stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin der Elbmarsch, und ihr Ehemann Jochim Meyn beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gegen die vom Gemeinderat beschlossene, nach Ansicht der Kläger rechtswidrige Änderung des Bebauungsplanes "Campingplatz Stove" eingereicht haben.
Durch die Änderung des B-Planes soll die Umsetzung der touristischen Wohngemeinschaft ermöglichen. Dörte Land und Jochim Meyn, die in der Nähe des Campingplatzes leben, protestierten unter anderem gegen die von dort ausgehende Lärmbelästigung und Ruhestörung.
Norbert Kloodt erklärte, die Baumaßnahmen für das integrierte Wohnen in der touristischen Wohngemeinschaft - und auch der damit verbundne zeitweilige Lärm - seien nahezu beendet und auf ein klar abgestecktes Gebiet begrenzt. Die rund 300 in Mobilheimen und Holzhäusern auf dem Stover Areal lebenden Menschen dürften dort nach den Bestimmungen des B-Planes dauerhaft bleiben.
Uwe Schaumann verlas dann eine öffentliche Erklärung, die von 255 Bewohnern des Campingplatzes unterschrieben wurde. Diese fordern Dörte Land und Jochim Meyn auf, ihre Klage gegen die B-Plan-Änderung und ihre diesbezüglich beim Landtag eingereichte Petition zurückzunehmen. "Darüber hinaus fordern wir Frau Land und Herrn Meyn dringend auf, anzuerkennen, dass die Änderung des B-Planes im Sommer nach sehr umfangreichen, demokratisch legitimierten Prozessen vom Rat der Gemeinde Drage mit großer Mehrheit, bei nur einer Gegenstimme beschlossen wurde", erklärte Schaumann auch im Namen der übrigen Unterzeichner. Sie appellierten an die Kläger, "die rechtlichen positiven Bewertungen des Landkreises Harburg und der Rechtsgutachter zu akzeptieren" und "sich nicht in unsere Belange in punkto 'Wohnen' einzumischen und unsere persönliche Freiheit nicht weiter einzuschränken". Land und Meyn wurden zudem unter anderem aufgefordert, "nicht den Rechtsstaat für ihre persönlichen Aversionen gegen den Platzbetreiber zu missbrauchen" und auf dem Rücken der Bewohner auszutragen. Die Erklärung soll in diesen Tagen an Land und Meyn übergeben werden.
Bürgermeister Uwe Harden verteidigte das Stover Wohnprojekt als "alternatives, gutes Modell", das auf einer guten Nachbarschaft aufbaue und auf das die Gemeinde stolz sein könne. "Das Gerichtsverfahren werden wir durchstehen", war Harden überzeugt. "Die Kläger dürften nicht im Recht sein, weil sie durch das Wohnmodell nicht beeinträchtigt werden", war Harden überzeugt.