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Brandursachen in Fredenbecker Asylunterkünften bleiben unklar

Sechs Container der Wohnanlage sind komplett ausgebrannt (Foto: am)
am. Fredenbeck. Die Menschen in Fredenbeck sind verunsichert. Nach den Bränden in zwei Asylunterkünften in der Nacht auf Freitag (das WOCHENBLATT berichtete) klingelte am Wochenende regelmäßig das Telefon des Samtgemeinde-Bürgermeisters Ralf Handelsmann. Besorgte Bürger suchen das Gespräch.
Aus dem früheren "Hotel Fredenbeck" und der Wohnanlage neben dem Feuerwehrgerätehaus mussten die Flüchtlinge, die zum Teil schon seit einem Jahr dort leben, mitten in der Nacht die Räume verlassen. Es gibt immer noch keine gesicherten Informationen darüber, wer die Brände gelegt haben könnte. Der zunächst festgenommene 19-jährige Sudanese wurde nach dem Verhör durch die Polizei wieder freigelassen. "Der Tatverdacht hat sich nicht bestätigt", sagt Polizeisprecher Rainer Bombach.
Die Flüchtlinge sollen den jungen Mann gegenüber der Polizei zunächst beschuldigt haben, sagt Uli Schuhmacher, Fredenbecks Bürgermeister und Sprecher des Arbeitskreis Asyl. Daraufhin wurde er noch vor Ort festgenommen. Als Schuhmacher beim Hotel eintraf, lag der Mann mit Handschellen auf dem Boden. "In späteren Gesprächen", sagt der Bürgermeister, "haben uns die Flüchtlinge jedoch versichert, dass der Verdächtigte sie geweckt und vor dem Feuer gewarnt hätte". Die Polizei macht zu diesem Widerspruch keine Angaben, da die Ermittlungen noch laufen. Mit ersten Ergebnissen der Brandschutzexperten ist Ende der Woche zu rechnen. Währenddessen versuchen die 23 vom Brand betroffenen Asylbewerber, sich in ihrer neuen Bleibe einzurichten. Sie sind jetzt in Deinste in einem Asylbewerberheim untergebracht, das die Samtgemeinde als als Reserve zur Verfügung hatte.
Die Menschen in Fredenbeck seien geschockt und enttäuscht, so Schuhmacher. "Wir mögen uns nicht vorstellen, dass ein Flüchtling den Brand gelegt haben könnte aber auch nicht, dass es jemand von außen war", sagt der Bürgermeister, "beides wäre schlimm". Auch die Flüchtlinge seien ängstlich und verunsichert. Einige haben ihre wenige Habe verloren. Das DRK hatte sie noch am Freitag mit warmer Kleidung ausgestattet. Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann hat sich sofort darum gekümmert, dass die Menschen, die ihre Papiere im Feuer verloren haben, diese ohne Schwierigkeiten neu beantragen konnten.
Wie lange die Flüchtlinge in Deinste bleiben werden, ist noch unklar. Für Handelsmann steht jedoch fest, dass sie nicht in die Wohncontainer zurückkehren werden, auch wenn die Hälfte eigentlich noch bewohnbar wäre. "Ich möchte nicht, dass die Menschen an den Ruinen vorbeilaufen müssen", sagt Handelsmann, "das ist keine schöne Situation". Das Hotel wird aber im Laufe der Woche von einer Spezialfirma gereinigt, so dass es wieder belegt werden kann. "Wir möchten zeigen, dass es bei uns weiter geht, dass wir weitermachen wie bisher", sagt Handelsmann. Denn vor den Bränden sei die Stimmung im Ort gut gewesen.