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Bäumchen, wechsel Dich

Thorsten Pass neben einer der neuen Eichen. Vergangene Woche stand dort noch eine junge Birke.

Wedeler Anwohner erstaunt über Baumtausch

sb. Wedel. Sehr verwundert sind seit einigen Wochen die Anwohner des Mulsumer Wegs in Fredenbeck Wedel. Anfang Februar waren dort rund ein Dutzend Birken gefällt worden. Ende April wurden zwar von der Gemeinde Fredenbeck neue Birken gepflanzt. Diese wurden jedoch Anfang Mai wieder entfernt und durch Eichen ersetzt. "Was soll das?", wundern sich die Wedeler Bürger.
Anwohner Thorsten Pass machte das WOCHENBLATT auf dieses "Bäumchen, wechsel Dich"-Spiel aufmerksam. "Meine Nachbarn und ich konnten an den gefällten Birken keine Schäden oder Krankheiten entdecken", wundert er sich über die unangekündigten Fällarbeiten. Ihn ärgert nicht nur das Hin und Her der Pflanzaktion, sondern auch die noch im Grünstreifen steckenden Baumreste. "Wer da im Dunkeln parkt, übersieht die Stümpfe leicht und beschädigt so den Unterboden seines Pkw", sagt er besorgt.
Ralph Löblich, stellvertretender Samtgemeinde-Bürgermeister von Fredenbeck, bringt ein wenig Licht in die Situation. "Die Samtgemeinde hat seit wenigen Jahren einen Baumkontrolleur angestellt", sagt er. Der gelernte Forstwirt sei seitdem regelmäßig in der Samtgemeinde unterwegs und prüfe Bäume auf öffentlichem Grund auf ihren Gesundheitszustand. "Dadurch haben die Schnitt- und Baumfällarbeiten in den vergangenen Jahren zugenommen, das fällt dem Bürger auf", sagt Löblich. "Allerdings findet auch eine Neuaufforstung, also das Pflanzen neuer Bäume, statt."
Zum Fall Mulsumer Weg berichtet der stellvertretende Samtgemeinde-Bürgermeister, dass man von Anfang an die gefällten Birken durch Eichen ersetzen wollte. "Die Samtgemeinde hatte bereits vor einigen Jahren im hinteren Bereich des Mulsumer Wegs mit EU-Mitteln Eichen gepflanzt", erzählt er. Daran solle angelehnt werden, um ein stimmiges Bild zu schaffen. Zudem seien Eichen langlebiger als Birken und deshalb eine bessere Investition in die Zukunft.
Allerdings habe es bei der Lieferung der Jungbäume einen Fehler gegeben. Versehentlich seien Birken statt Eichen geliefert worden. Als man den Fehler bemerkte, habe man die Bäume laut Planung ersetzt. "Die Birken wurden mit Ballen entfernt, so dass sie an anderer Stelle wachsen können", sagt Löblich.
Bezüglich der alten Baumstümpfe erklärt der Gemeindevertreter, es werde demnächst eine Arbeiterkolonne durch die Samtgemeinde fahren und alle vorhandenen Stubben in einem Arbeitsgang mit einer Fräse beseitigen.
Thorsten Pass und seine Nachbarn hätten sich von der Samtgemeinde eine Aufklärung über die Sachlage im Voraus gewünscht. "Eine Wurfsendung oder eine Pressemitteilung an das WOCHENBLATT hätten genügt", sagt Pass. Zudem weist er darauf hin, dass in der Vergangenheit nicht nur Eichen im Mulsumer Weg gepflanzt wurden. Entlang des neuen Fußweges stehen seit einigen Jahren hübsche Stadt-Linden.