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Bau des "Dörphus" in Helmste zermürbt die freiwilligen Helfer

Hans-Martin Bockelmann (li.) und Reiner Klintworth im Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses (Foto: am)
 
Bei der Grundsteinlegung 2014 waren alle noch von einer schnellen Fertigstellung ausgegangen: Hans-Martin Bockelmann (li.) und Bürgermeister Jörg Müller (re.)
am. Helmste. "Bald dürfen sich die Bewohner über ein fertiges Dörphus freuen", schrieb das WOCHENBLATT in seiner Mittwochsausgabe vom 7. September. Das rief die Mitglieder der Dorfgemeinschaft, die das Gebäude in Eigenleistung mitrenovieren, auf den Plan. "Das Dörphus ist noch lange nicht fertig", sagt Hans-Martin Bockelmann, Erster Vorsitzender der Schießsportgemeinschaft (SSG) Helmste.
Das Thema berührt die Mitwirkenden sichtlich, denn die geplante Eröffnung sollte , wie bereits berichtet, eigentlich im August 2014 stattfinden. Es gab viele Verzögerungen.
Zunächst lag der Antrag für die Gelder der Dorferneuerung lange beim Amt für regionale Landesentwicklung. Dann gestaltete sich die Förderung des Dorfgemeinschaftshauses viel schwieriger, als gedacht. Das alte Schulgebäude gehört zwar der Gemeinde, doch die dort ebenfalls untergebrachte Feuerwehr unterliegt der Samtgemeinde, die aber nicht im Programm der Dorferneuerung war. Als diese Hürde genommen war, dauerte die Bearbeitung der einzelnen Schritte im Bauamt der Samtgemeinde länger als gedacht. Zwischendurch mussten einzelne Planungsabschnitte durch die politischen Gremien genehmigt werden.
"Rückblickend bin ich der Meinung, dass wir viel zu naiv an das Projekt herangegangen sind", sagt Bockelmann. Keiner der Mitwirkenden hatte sich zu Beginn ausmalen können, dass das Obergeschoss der ehemaligen Schule auch im September 2016 noch nicht fertig seine würde. Dabei fehlt eigentlich nicht mehr viel. Wenn die vom Bauamt beauftragte Firma die Elektrik abnimmt und die Heizkörper installiert, können die ehrenamtlich tätigen mit Maler- und Bodenbelagsarbeiten sowie mit der Einrichtung beginnen. "Das große Problem, ist, dass die Lust hier mitzuarbeiten, durch das lange Warten abgenommen hat", sagt Reiner Klintworth, Erster Vorsitzender des Heimatverein Helmste. "Die Zeitschiene war einfach zu lang."
Immerhin: Das Erdgeschoss mit Feuerwehrhaus mit Garage, Umkleideraum und Küchenzeile und ein Schießstand sind bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt. "Die Küche im Eingangsbereich hat sich schon jetzt als Treffpunkt entpuppt", sagt Bockelmann. Oben soll der Heimatverein seine Stube erhalten. Hier soll neben Originalmöbeln aus drei Helmster Kneipen auch ein Teil des ehemaligen Klassenraums aufgebaut werden. Die Feuerwehr soll zudem einen Gruppenraum erhalten, der bei Bedarf auch für Versammlungen und Ratssitzung zur Verfügung stehen soll.
Trotz all der Widrigkeiten sind Hans-Martin Bockelmann und Reiner Klintworth stolz auf das, was die Dorfgemeinschaft bisher bewerkstelligt hat. "Was hier geschaffen wurde, kann sich blicken lassen", so die beiden Männer.

Der zeitliche Verlauf im Überblick
2012 kam die Zusage über die Fördergelder für die Dorferneuerung in Höhe von 200.000 Euro. Im Dezember 2013 bauten die Freiwilligen den Schießstand ab, offizieller Baubeginn war im Februar 2014. Die Grundsteinlegung fand im April 2014 statt. Damals war die Einweihung für Oktober 2014 geplant. September 2015 wurde der erster Bauabschnitt (Erdgeschoss) beendet, der zweite Bauabschnitt (Außenarbeiten) ein Jahr später. Der dritte Bauabschnitt (Obergeschoss) steht noch aus.