Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Die Suche nach Ärztenachwuchs in Fredenbeck hat begonnen

Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann (li.) will Susanne Kaiser und Johann Bröhan mit der Suche nach einem Nachfolger nicht allein lassen (Foto: am)
am. Fredenbeck. Noch ist die ärztliche Versorgung in der Samtgemeinde Fredenbeck gut. Doch das könnte sich in den nächsten zehn Jahren rapide ändern. Von den sieben praktizierenden Allgemeinmedizinern geht ein Großteil innerhalb der nächsten Dekade in den Ruhestand. Ob sich ein Nachfolger für die leeren Arztstühle findet, ist ungewiss. "Die Prognose ist nicht vielversprechend", sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann. "Unser Ziel ist es, dass die Versorgung nicht schlechter wird."
Für Johann Bröhan ist das Thema bereits aktuell. Er betreibt zusammen mit Susanne Kaiser eine Praxis für Allgemeinmedizin in Fredenbeck. Mit 63 Jahren möchte er jetzt langsam seinen Ruhestand vorbereiten. Er weiß um die schwierige Lage auf dem "Ärztemarkt" und geht daher frühzeitig in die Offensive. "Vor zweieinhalb Jahren sind wir mit unserem Anliegen das erste Mal an die Kassenärztliche Vereinigung herangetreten", sagt er. Zudem hatten die beiden Ärzte über Internetbörsen, persönliche Kontakte und sogar über Finanzdienstleister nach einem Arzt gesucht, der Interesse hat, die gut laufende Praxis zu übernehmen - bisher ohne Erfolg.
So wie Johann Bröhan und seiner Kollegin geht es vielen Ärzten. Das Problem der ärztlichen Versorgung auf dem Land ist bekannt. Umfragen belegen, dass immer weniger Medizinabsolventen bereit sind, eine eigene Praxis zu führen und auf dem Land zu wohnen.
Susanne Kaiser und Johann Bröhan sind mit ihrer Wahl zufrieden, sich mit einer Praxis in Fredenbeck niederzulassen. Sie werben für das Praktizieren auf dem Land. "Wir betreiben hier noch Familienmedizin und bekommen viel von den Patienten zurück", sagt Johann Bröhan. "Entgegen der allgemeinen Annahme ist die Belastung in einer Gemeinschaftspraxis gegenüber einer Anstellung in der Klinik nicht exorbitant", ergänzt Susanne Kaiser. Die Vertretungsdienste seien seit einigen Jahren großräumig organisiert, sodass auf jeden Arzt nur zwei bis drei Dienste pro Jahr entfallen. Ärzte müssten heutzutage auch nicht mehr in dem Ort wohnen, in dem sie praktizieren.
Die Samtgemeinde will die Ärzte mit ihrer Suche nach einem Nachfolger nicht allein lassen und überlegt ihrerseits, wie sie den Medizinern bei ihrer Suche helfen kann. "Wir sind bereit, die zukünftigen Ärzte auf den letzten Metern zu unterstützen und beispielsweise bei der Suche nach einer Wohnung zu helfen", sagt Handelsmann. Und auch die Berücksichtigung der Interessen des Partners und ein familienfreundliches Umfeld könnten die Entscheidung für die Samtgemeinde Fredenbeck attraktiver machen.
Johann Bröhann behandelt die Menschen in Fredenbeck seit 26 Jahren und es liegt ihm am Herzen, die Praxis am Leben zu erhalten. Er ist bereit, dafür seinen Ruhestand noch einige Zeit aufzuschieben. Für einen fließenden Übergang wäre es wünschenswert, wenn sich bald ein Interessent findet.