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Einmal als Pfadfinder ins ferne Japan

Philipp Heise (li.) und Justin Müller sind schon sehr gespannt auf das „Jamboree“ in Japan (Foto: Björn Dietrich)

Philipp Heise und Justin Müller vom Stamm der „Likedeeler“ reisen diesen Sommer um die halbe Welt

sb. Fredenbeck. „Konnichiwa - Guten Tag“. „Sayounara - Auf Wiedersehen“. „Arigatou - Danke“. Philipp Heise und Justin Müller (beide 14) büffeln zurzeit eifrig japanisch. Denn die beiden Pfadfinder des Stammes „Likedeeler“ in Fredenbeck dürfen diesen Sommer an einem Pfadfinder-Großlager, einem sogenannten „Jamboree“, in Japan teilnehmen. Die beiden Jungs sind die einzigen Teilnehmer aus dem Landkreis Stade, insgesamt reisen mehr als 30.000 junge Leute aus aller Welt in das „Land der aufgehenden Sonne“.
Vom 28. Juli bis zum 8. August findet das „23. World Scout Jamboree“ in Japan statt. Justin und Philipp steigen schon am 15. Juli in den Flieger und habei so Zeit für eine organisierte Vortour. Das internationale Großlager richtet sich an Pfadfinderinnen und Pfadfinder zwischen 14 und 17 Jahren. „Die Jamborees finden nur alle vier Jahre statt“, erzählen Philipp und Justin. „Für uns ist Japan somit die einzige Gelegenheit, an solch einem Event teilzunehmen.“

Auf die Reise haben ihre Familien sparen müssen: Knapp 4.000 Euro kostet die Teilnahme an dem besonderen Japan-Trip. „Wir wollen unserem Sohn diese besondere Erfahrung ermöglichen“, sagen Philipps Eltern. „An dieses einmalige Gruppen­erlebnis wird er sich bestimmt ein Leben lang erinnern.“
Angemeldet haben sich Justin und Philipp bereits Ende 2013. Insgesamt nehmen knapp 1.000 Pfadfinder aus Deutschland teil. „Für das Jamboree mussten wir uns richtig bewerben und auch eine Empfehlung unseres Stammesführers vorlegen“, sagen die Schüler. Denn nur, wer über Pfadfinder-Grundwissen wie Zelt- und Knotenkunde verfügt oder ein Feuer fachgerecht entfachen kann, darf sein Land auf dem internationalen Lager repräsentieren.

Das Motto der Großveranstaltung ist „A Spirit of Unity - Geist der Einheit“. „Es geht um Gemeinschaft, Harmonie, Freundschaft, Zusammenleben und Frieden“, erzählen Justin und Philipp. „Für uns ist es eine tolle Gelegenheit, Pfadfinder aus anderen Ländern kennenzulernen und Pfadfinden einmal international zu erleben.“ Für beide ist es die weiteste Reise ihres Lebens. Während Philipp schon Urlaube in Bulgarien und Spanien verbracht hat und einige Flugerfahrung hat, ist Justin noch nie mit einem Flugzeug geflogen. „Es wird bestimmt sehr aufregend“, ist er überzeugt.
Zum Stamm der Likedeeler kamen Justin und Philipp als Grundschüler. Die Freunde kennen sich schon aus Sandkasten-Zeiten. „Ich war zuerst bei den Pfadfindern und habe Justin dann mitgenommen“, erzählt Philipp. Beide verbringen gern ihre Freizeit in der Natur und lieben das Zelten. „Toll am Pfadfinderleben ist auch der Zusammenhalt“, sagt Philipp. „Ich habe über die Likedeeler in Fredenbeck, aber auch über den Landesverband und die Teilnahme an Bundeslagern, viele Leute kennengelernt und auch Freunde gewonnen.“

Philipp besucht das Gymnasium in Harsefeld. Neben dem Pfadfinderstamm nennt er Bogenschießen und Saxophonspielen als Hobbys. Justin besucht die Oberschule in Fredenbeck. Er ist nicht nur Pfadfinder, sondern auch Judoka beim VfL Fredenbeck und trainiert eifrig die japanische Kampfsportart, die auch als „sanfter Weg“ bezeichnet wird. „Vielleicht lerne ich auf dem Jamboree japanische Pfadfinder kennen, die auch Judoka sind. Das wäre toll“, sagt er.