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Extrem-Radler im "Jumbo-Zäpfchen"

Mit der High-Tech-Rikscha geht es via Landstraße zur 25 Kilometern entfernten Arbeitsstelle

Mit seinem "Velomobil" ist Radsportler Sven Kröll der Exot der Landstraße / Traum: Liegerad-WM


tp. Kutenholz. Wenn Radsportler Sven Kröll (34) mit seinem Ausnahme-Vehikel "Velomobil" um die Ecke kommt, reiben sich Passanten verdutzt die Augen und geben dem futuristisch anmutenden Liegefahrrad, das aussieht, wie ein Flugzeug ohne Flügel, Spaßnahmen: "Zigarre, Zäpfchen, Rakete, Penis, Gummibärchen - das alles habe ich schon gehört, sagt Sven Kröll mit einem Schmunzeln.
Sportskanone Sven Kröll, der mit seinem normalen Rennrad unter anderem bei den "Vattenfall Cyclassics" in Hamburg startete, suchte nach einem Weg, um umweltschonend und flott von seinem Heimatdorf Kutenholz auf der Stader Geest zur Arbeit beim Chemie-Giganten Dow in Stade-Bützfleth zu kommen. Im Internet stieß der Chemikant auf die High-Tech-Rikscha "Velomobil". Zu Weihnachten schenkte sich der Radsport-Enthusiast selbst ein solches schmuckes Liegerad mit geschlossenem stromlinienförmigem Gehäuse. "Velomobile" dieser Bauart sind mit Bordcomputer samt Navi, elektronischen Bremsen und Fernlicht ausgestattet und kosten ab 7.500 Euro.
Unter der extrem flachen, 21,5 Kilo leichten und 2,75 Meter langen Karbon-Karosserie verbirgt sich ein Dreirad. Wegen der Zweispurigkeit sind Fahrradwege für "Velomobile" tabu. Sie gehören auf die Straße.
Seitdem Familienvater Sven Kröll mit seinem "Velomobil" die rund 25 Kilometer zur Arbeit pendelt, ist er der Exot der Landstraße: "Ich wurde sah schon drei mal die Polizei-Kelle", sagt Sven Kröll. Die Polizisten hätten sein Fahrzeug misstrauisch beäugt und geprüft, ob das "Velomobil" mit einem Elektromotor ausgestattet sei, so Sven Kröll. Dann fiele das Ausnahme-Gefährt unter die Kategorie "E-Bikes" und wäre ab Tempo 25 kennzeichenpflichtig.
Doch Sven Kröll ist mit purer Muskelkraft unterwegs und bringt es auf gerader Strecke auf eine Durchschnitts-Reisegeschwindigkeit von 60 km/h. "Bergab geht es deutlich schneller. Ab Tempo 80 Zittern die Hände an der Lenkstange", sagt der Extrem-Radler.
Trotz seiner guten körperlichen Fitness kommt Sven Kröll in seinem "Velomobil" gehörig ins Schwitzen. "Ich betrachte es als Training", sagt der Athlet. Mit seinem "Raketenfahrrad" hat Sven Kröll noch viel vor: "Einmal bei den Liegerad-Weltmeisterschaften starten, das ist mein Traum."
• Den Streckenrekord hält der deutsche "Velomobil"-Pilot Christian von Ascheberg: In 24 Stunden legte er 1.219 Kilometer zurück.
• Kleine Verkehrskreise muss Sven Köll weiträumig umfahren: Sein "Velomobil" hat einen Wendekreis von 16 Metern.
www.velomobilforum.de