Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Hornissenvolk nimmt Vogelhäuschen ein

Im Laufe des Sommers bauten die Hornissen immer wieder an. Sie bewohnen jetzt das ganze Vogelhäuschen
am. Deinste. Die Hornisse im Schuh hatte Thomas Schultz nicht gesehen. Er schlüpfte hinein und brachte den Brummer damit in große Bedrängnis. Nachdem das Tier zugestochen hatte, stellte sich bei dem Gestochenen eine allergische Reaktion ein. Er musste ins Krankenhaus. Doch nicht einmal dieser Notfall bewog Familie Schultz aus Deinste dazu, das Insektenvolk umsetzen zu lassen. Dieses hatte nur zwei Meter vom Haus entfernt ein riesiges Nest im Vogelhäuschen gebaut.
Thomas Schultz' Mutter Marlies guckt den Hornissen, die vor ihrem Küchenfenster wohnen gerne zu. Wenn sie Wäsche im Garten aufhängt, schwirren ihr die großen Insekten manchmal um den Kopf herum. "Manch einer würde sie so nah am Haus nicht tolerieren", sagt die pensionierte Landwirtin, "aber mich stören sie nicht. Wir leben mit der Natur und nicht gegen die Natur." Auch Enkel Fynn Kirst (10) stören die Insekten nicht.
Dass sich Hornissen in ihrem Garten ein Wohnhaus in einem Vogelhäuschen gebaut haben, hat sich in der Nachbarschaft mittlerweile herumgesprochen. Gerhard Herbener, Hornissen- und Wespenberater des Landkreises, wohnt in der Nähe. Er schaut sich das wundersame Nest gern immer wieder an. "Hornissen sind friedliche Tiere. Ihren Ruf als aggressive Insekten haben sie zu unrecht", sagt er. "Auch an den Frühstückstisch gehen sie anders als Wespen nicht", so Herbener. Im Herbst würden sie Fallobst essen aber eigentlich seien sie Insektenfresser".
Das erklärt wohl auch ihr weniger rücksichtsvolles Verhalten, ihren Insektennachbarn gegenüber. Denn bevor die Hornissen in den Garten von Familie Schultz kamen, hatten sich zunächst Wespen in dem Vogelhäuschen niedergelassen. Später erst kamen die Hornissen, bauten zunächst ein kleines Nest daneben. Irgendwann fingen die Hornissen an, die kleineren Nachbarn aufzufressen. Schließlich hatten sie das Nest der Wespen komplett übernommen und bewohnten ein rund 40 mal 50 Zentimeter großes Gebilde.
Diese Entwicklung hat das Ehepaar Erna und Günter Richter, das schräg gegenüber der Familie Schutz wohnt, mit der Kamera dokumentiert und daraus ein kleines Büchlein zusammengestellt. Auch bei ihnen im Garten sind die Insekten häufige Gäste. "Es ist eine Freude, den Hornissen in unserem Garten zuzusehen", sagt Günter Richter."
Verharmlosen sollte man die Hornissen dennoch nicht, warnt Gerhard Herbener. "Normalerweise sind Hornissenstiche für den Menschen nur schmerzhaft aber wenn man allergisch reagiert, kann es gefährlich werden." Sein Tipp, wenn Hornissen in der Nähe sind: "Ruhig bleiben und auf gar keinen Fall mit der Hand fuchteln."