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In Fredenbeck gibt es viele Fälle von gelungener Integration

Die neu angekommenen Flüchtlinge aus Afghanistan leben jetzt in einem Haus in Fredenbeck. Sie erhalten Unterstützung von Heydar Akbari (hinten, 2. v. li.), Inge Kuntz (hinten v. li.), Dorothea Grüttner und Antje Wobig (Foto: am)
am. Fredenbeck. Vor knapp zwei Jahren sind die ersten Flüchtlinge in der Samtgemeinde Fredenbeck angekommen. Damals dominierte das Thema alle Medien. Jetzt ist es still geworden um die Neubürger. Ein guter Grund einen kleinen Blick auf die momentane Situation zu werfen.
Im Oktober 2014 kamen junge Männer, überwiegend aus dem Sudan, in die drei Gemeinden. Dies blieb für lange Zeit so. Erst jetzt, im Frühsommer diesen Jahres kamen auch Familien aus Afghanistan und dem Iran in die Geestgemeinden. Deswegen müsse man differenzieren, so die ehrenamtlichen Helfer, zwischen denen, die schon lange da sind und den Neuankömmlingen.
„Diejenigen Sudanesen, die sich integrieren wollten, haben sich jetzt freigeschwommen“, sagt Dorothea Grüttner vom Arbeitskreis Asyl in Fredenbeck mit sichtlicher Freude. „Sie sind nicht mehr auf uns angewiesen. Man kann sagen, hier hat die Integration funktioniert.“ Ähnlich sähe das in den Gemeinden Kutenholz und Deinste aus, sagt Manfred Tiemann, der für die Samtgemeinde als Mittler zwischen den Ehrenamtlichen und der Verwaltung tätig ist. „Grob geschätzt ist ein Drittel integrationswillig, ein Drittel glaubt, es fliege ihnen alles zu und ein Drittel ist hier nur registriert aber wohnt anderenorts.“ Auch er sieht die Situation aber als positiv. Viele der jungen Männer, die schon seit Längerem in der Samtgemeinde leben, besuchen die BBS in Stade, Lehrgänge, Praktika oder haben sogar einen Job. „Jetzt merkt man so langsam, dass die Maßnahmen greifen.“ Anerkannt ist aber bis heute keiner der jungen Männer.
Wer an Flüchtlinge in Fredenbeck denkt, der erinnert sich auch an die weniger schönen Ereignisse wie Brandstiftung und eine Messerstecherei (das WOCHENBLATT berichtete). „Das war für alle ganz schlimm“, sagt Dorothea Grüttner. „Damals ist auch die Stimmung unter den Flüchtlingen gekippt.“ Die beschuldigten Asylbewerber sitzen heute in Haft.
Ein neues Kapitel brach für die Asylhelfer mit der Ankunft von Paaren und Familien an. In Fredenbeck kamen Anfang Juni mehrere Familien aus dem Iran und Anfang Juli drei Paare aus Afghanistan an. „Momentan könnten wir wieder Unterstützung gebrauchen“, sagt Inge Kuntz vom Arbeitskreis Asyl in Fredenbeck. „Wir verbringe sehr viel Zeit mit Arztbesuchen.“ Sie suchen Familienpaten, die den Neuankömmlingen zur Seite stehen wollen.
In Helmste wohnen vier Familien aus dem Iran und Afghanistan und auch Kutenholz hat im März Zuwachs erhalten. „Mit den Familien sind ganz neue Herausforderungen auf uns zugekommen“, sagt Manfred Tiemann. „Und wir sind jetzt mit mehr als 100 Flüchtlingen in Kutenholz an unsere Grenzen gekommen.“
Rund 15 Kinder im Schulpflichtigen Alter leben jetzt in der Samtgemeinde. „Die Zusammenarbeit mit der Geestlandschule ist sehr positiv“, so Dorothea Grüttner.