Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kutenholz sucht einen neuen Arzt

am. Kutenzholz. Für die Menschen in Fredenbeck ist es eine gute Nachricht: Für den praktizierenden Allgemeinmediziner Dr. Johann Bröhann hat sich ein Nachfolger gefunden. Dr. Bröhan hatte, wie berichtet einen Nachfolger gesucht, da er in den Ruhestand gehen möchte. Die Suche nach einem Arzt verlagert sich jetzt allerdings nur einen Ort weiter. Denn der Nachfolger heißt Dr. Peter Bockmühl und kommt aus Kutenholz. Das bedeutet wiederum für die Patienten dort, dass sie zum 1. Juli 2017 ihren Arzt verlieren.
Die Gemeinde startet nun Bemühungen, um einen Kandidaten für das Geestdorf zu gewinnen. Denn mit dem Wegzug des Arztes würde auch die Apotheke, die seit einem Jahr einen neuen Besitzer hat, ihre Wirtschaftsgrundlage verlieren. "Wir haben uns in den letzten Jahren das Ziel gesetzt, die Nahversorgung zu erhalten und zu verbessern und der Abwanderung entgegenzuwirken", sagt Bürgermeister Seba. "Mit dem Verlust des Hausarztes werden diese Ziele erschwert."
Die Politik will jetzt ein professionelles Büro einschalten, das sich um einen Arzt bemühen soll. Außerdem soll dieser nach Absprache individuelle Unterstützung erhalten. "Wir haben in diesem Haushaltsjahr 10.000 Euro für diesen Zweck zur Verfügung", so Seba. Auch finanzielle Unterstützung wäre denkbar, sagt Gemeindedirektor Ralf Handelsmann "Je nachdem ob derjenige die aktuellen Räume mieten möchte oder vielleicht neu bauen, könnten wir einen Mietzuschuss oder Investitionskostenzuschuss gewähren." Noch sind allerdings keine Kandidaten in Sicht.
Die Aktionsbereitschaft und der Zusammenhalt im Ort sei groß, sagt Seba. "Wir ziehen alle an einem Strang." Sowohl die Arbeitsgruppe der Verbunddorferneuerung als auch der Sozialverband Kutenholz sind aktiv geworden.
Die Eigentümerin des Arztpraxis-Gebäudes hat die geplante Sanierung aufgeschoben, um auf eventuelle Wünsche des neuen Arztes eingehen zu können. Auch die Volksbank, die neu bauen will, hat signalisiert, dass eine Arztpraxis in den Räumen untergebracht werden könnte. Als dritte Option hat auch die Eigentümerin des Apothekengebäudes angeboten, Räume für eine Arztpraxis anzubauen.
Der Wunsch, einen Allgemeinmediziner und die Apotheke im Ort zu halten, ist groß.
Doch letztendlich hängt alles von einem entschlossenen Kandidaten ab. "Das Problem ist, dass generell weniger Allgemeinmediziner ausgebildet werden und diese dann auch die Selbstständigkeit scheuen", sagt Handelsmann. Zudem scheinen Städte für Ärzte attraktiver. "Zu unrecht", sagt Handelsmann. Viele wüssten beispielsweise nicht, dass der Notdienst heutzutage ganz anders geregelt ist.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) betrachtet nur die durchschnittliche Versorgung in der Samtgemeinde und die ist gemäß der KVN-Zahlen ausreichend. "Die KVN wird uns aber nicht im Wege stehen", sagt Seba.