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Lkw-Trasse L123 zerschneidet die Ortskerne von Kutenholz, Aspe und Essel

Lkw-Verkehr belastet die Bewohner in Kutenholz (Foto: am)
am. Kutenholz. Die Landstraße 123 in der Gemeinde Kutenholz verbindet die Häfen in Hamburg und in Bremerhaven. Dementsprechend viele Lkw fahren täglich durch die Ortschaften Aspe, Kutenholz und Essel. Gemeindebürgermeister Gerhard Seba beobachtet dies mit Sorge, denn Lärm- und Verkehrsbelastung machen den Bürgern zu schaffen. Eine Überqueren der Straße sei vielerorts, vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Kinder und Senioren, schwer. Das hat große Auswirkungen auf das Dorfleben. Wie eine unsichtbare Mauer teilt die L123 die Dörfer in zwei Hälften. "Die früheren Dorfzentren, wo sich früher alles abgespielt hat, sind heute von der Straße durchschnitten", sagt der Bürgermeister. "Wir haben in allen drei Orten kein zentrales Dorfleben."
In Aspe liegt der Spielkreis auf der einen, das Dorfgemeinschaftshaus auf der anderen Seite der L123. In Essel teilt die Straße den Sportplatz und andere öffentliche Einrichtungen im Ort. Hier wurde vor zwei Jahren die Straße saniert. Die Bürger hatten damals gehofft, dass sich die Lkw nach einem halben Jahr gesperrter Strecke an die Trasse über die B74 und B73 gewöhnen. "Das ist leider nicht passiert", sagt Seba. "Kaum war die Baustelle weg, waren die Fernfahrer wieder da." Ein kleiner Trost: Die Lärmbelästigung, die durch die kaputte Fahrbahnoberfläche für die angrenzenden Häuser sehr hoch war, hat sich nach der Sanierung reduziert. Und auch die eingebaute Verkehrsinsel zwingt den Verkehr zumindest in einer Fahrtrichtung zum Abbremsen. In Kutenholz, wo Ärzte und Geschäfte entlang der Hauptstraße liegen, muss man schon schnell sein, wenn man von der Apotheke in den Supermarkt möchte. Zudem ist die schwer einsehbare Kreuzung mit der Langen Straße eine große Gefahrenquelle. Hier sei schon mal ein Kreisel angedacht gewesen. Dies könnte wieder Thema bei der Verbunddorfentwicklung sein, so der Bürgermeister.
Die Lkw von der L123 zu verbannen sei aussichtslos, denn die Landstraßen haben auch die Aufgabe, den Lkw- und Pendlerverkehr aufzunehmen. Doch so ganz will sich der Bürgermeister nicht damit abfinden. "Vielleicht würde ja schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung reichen." Auf jeden Fall stehe dieses Problem in der nächsten Ratsperiode auf der Agenda, so Seba.