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Lokführer verlässt den Führerstand

Zum letzten Mal schließt Helmuth Klintworth als Vorsitzender die Tür des Bahnhofs ab

Helmuth Klintworth gibt Vorsitz des Fördervereins Kulturbahnhof Deinste ab


sb. Fredenbeck. Am Kulturbahnhof Deinste auf der Stader Geest hat der "Lokführer" den Führerstand verlassen: Helmuth Klintworth (67), im Jahr 2007 Mitbegründer und seitdem Erster Vorsitzender des Fördervereins Deinster Bahnhof, hat sein Amt abgegeben. Nachfolger ist Jörg Müller (54), der nicht nur von Beruf Lokführer ist, sondern dem Verein seit vielen Jahren stark verbunden ist und bisher das Amt des Gebäudemanagers inne hatte.

Die Geschichte begann im Jahr 2006, als das Geestdorf Deinste ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurde. Damals trat Klintworth aus Interesse der Arbeitsgruppe Dorferneuerung bei und übernahm die Leitung des Teams. Schnell kristallisierte sich der Erhalt des historischen Deinster Bahnhofs, Baujahr 1898, als Leuchtturmprojekt der Dorferneuerung heraus. Und weil dafür die Gründung eines Fördervereins erforderlich war, engagierte sich der Banker im Ruhestand für das Projekt und wurde Erster Vorsitzender.

Bis zum Beginn der Sanierung im Herbst 2010 war es ein steiniger Weg. Für die öffentliche Förderung des Projekts mussten viele Voraussetzungen erfüllt und Hürden genommen werden. "Ich habe damals oft nachts Kopfschmerzen gehabt", erinnert sich Helmuth Klintworth. Für die Finanzierung ließ er viele Kontakte spielen: So kamen zu den 100.000 Euro Fördergeld noch einmal rund 90.000 Euro Spenden hinzu, u.a. von Stiftungen und der regionalen Wirtschaft. "Auch Sachspenden von der Einrichtung bis zum Baumaterial haben wir erhalten", erinnert sich Klintworth.

Neben Handwerkern brachten die Mitglieder des Fördervereins und engagierte Bürger viel Eigenleistung in das Projekt mit ein. "Von der Entkernung über Erdarbeiten bis zur Reinigung der Seilzüge am historischen Stellwerk haben wir ordendlich geschuftet", sagt Klintworth, der sich bei seinen Vorstandskollegen, den Damen im Café-Team und allen anderen Helfern für ihren Einsatz bedankt. Im Mai 2011 wurde dann Einweihung gefeiert. Seitdem ist der historische Kulturbahnhof in Deinste ein beliebtes Ausflugsziel und Veranstaltungsort. "Hier treffen sich Vereine, probt der Kinderchor und wird am Wochenende Kaffee getrunken", erzählt der ehemalige Vorsitzende. Pflege und Bewirtschaftung übernimmt der Förderverein, der einen Nutzungsvertrag mit der Gemeinde geschlossen hat.

Nach acht Jahren ist Helmuth Klintworth froh, in Jörg Müller einen guten Nachfolger als Vereinsvorsitzender gefunden zu haben. "Ich wollte die Verantwortung gern in jüngere Hände geben", begründet er seinen Abschied. Jetzt freut er sich auf mehr freie Zeit für Haus und Garten und für seine Familie, zu der neben seiner Frau Anneliese drei Kinder und acht Enkelkinder gehören.