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Messerstecherei in Fredenbeck: Verdächtigte waren bereits auffällig

Die Asylunterkunft in der Dinghorner Straße (Foto: am)
am. Fredenbeck. "Das sind spezielle 'Problemfälle'", sagt Ralph Löblich, Erster Samtgemeinderat aus Fredenbeck in Bezug auf zwei Asylbewerber, die in einen heftigen Streit Anfang der Woche verwickelt waren. Wie das WOCHENBLATT berichtete, werden sie beschuldigt, einen Bewohner der Asylunterkunft in der Dinghorner Straße mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach dem Brand in zwei Asylunterkünften im November 2015 ist das nun schon der zweite Vorfall in Fredenbeck.
Es gebe kein generelles Problem, heißt es aus dem Rathaus. Tatsächlich ist der junge Mann, der damals verdächtigt wurde, die Brände gelegt zu haben, jetzt wieder einer der zwei Tatverdächtigen. Dies bestätigt auch Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm gegenüber dem WOCHENBLATT. Die beiden Männer sitzen jetzt in Untersuchungshaft, die Ermittlungen laufen.
Hans-Ulrich Schumacher, Koordinator des Arbeitskreises Asyl Fredenbeck, schätzt die Lage ähnlich wie Löblich ein: "Das war eine zwischenmenschliche Geschichte, gepaart mit Frustabbau", ist er überzeugt. Wo so viele junge Menschen zusammensitzen und Alkohol trinken, gibt es immer einige, die mit ihrem Frust nicht umgehen können." Vielleicht habe auch Neid eine Rolle gespielt, da der Verletzte sehr gut integriert war und demnächst ein Praktikum beginnen sollte.
"Für das Opfer bedauern wir den Vorfall sehr und wünschen ihm gute Genesung", sagt Löblich. Er geht davon aus, dass mit der Inhaftierung der beiden Männer wieder Ruhe einkehren kann. "Wir haben ehrenamtliche Betreuer, die in dem Haus besonders engagiert sind und wir haben zwei Mitarbeiter, die zwischen den Ehrenamtlichen und der Verwaltung vermitteln." Er sieht daher auch keinen speziellen Handlungsbedarf der Politik oder Verwaltung.