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Mini-Steak statt Weihnachtsbraten

Liebte Softdrinks mit viel Zucker: Michael Linowitzki (Foto: Linowitzki privat)
 
Nach der Magenverkleinerung purzeln bei Michael Linowitzki 60 Kilo. Die verbliebene Fettschürze am Bauch wird später Operativ entfernt

120 Pfund sind weg! Dank Magen-Verkleinerung: Michael Linowitzki (55) warf reichlich Ballast ab

tp. Helmste. tp. Helmste. Gelenkschmerzen, Kreislaufbeschwerden, kaum noch passende Klamotten zu finden - als der schwere „Tanker“, der sein Körper war, zu sinken drohte, funkte Michael Linowitzki (55) SOS! 160 Kilo brachte er zu seinen üppigsten Zeiten auf die Waage. Dank einer rettenden Magenverkleinerung verlor er innerhalb weniger Monate 60 Kilo und nimmt wieder Kurs auf ein gesundes, leichtes Leben.

„Ich war schon als kleiner Junge mollig“, erinnert sich der Betriebswirt und Qualitätsmanager aus Helmste bei Fredenbeck.

Die ersten Lebensjahre verbrachte er bei seinen Großeltern. Dort galt: „Teller leer essen.“ Als Zehnjähriger zog er zu seiner allein erziehenden Mutter. „Ich war ein Schlüsselkind“, sagt Linowitzki. Von dem Essensgeld, dass ihm die Mutter gab, kaufte sich der Schüler gerne auch Süßigkeiten, Limo und Cola.

Michael Linowitzki, der nie rauchte und keinen Alkohol trinkt, wurde immer fülliger. Er sieht die Ursachen vor allem im Stress, bedingt durch den Beruf und verantwortungsvolle Ehrenämter beim Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr. Mittags in der Kantine in der Eile eine reichhaltige Mahlzeit, nach Feierabend noch ein warmes Essen. „Am liebsten gebratenes, paniertes Fleisch“, gesteht der frühere Genussmensch.

Linowitzki, der inzwischen einen Schwerbehindertenausweis besitzt, sagt. „Mein Kopf wusste genau, was passiert.“ Auch sein Hausarzt habe ihn gewarnt: „Wenn du deinen 60. Geburtstag erleben willst, unternimm etwas.“ Linowitzki startete mehrere Crash-Diäten, schloss sich den „Weight Watchers“ an, trank Abnehm-Pulver aus der Apotheke. Mitunter verlor er in einem Vierteljahr 25 Kilo. Mit dem Jo-Jo-Effekt, dass die Waage wenige Monate nach der Diät mehr anzeigte als vorher.

Im Februar 2013 erlebte er seinen Schlüsselmoment. Linowitzki, der wie immer „alles gab“, zog sich beim Sport im Rahmen einer orthopädischen Reha-Maßnahme einen Miniskusriss bzw. -anriss an beiden Knien zu. Zusätzlich führten Bluthochdruck, Fußschmerzen, Fersensporn, Knorpelschäden und Bandscheibenvorfälle, die er in den Jahren zuvor gewichtsbedingt erlitt, zum Umdenken.

„Ich machte mich über Behandlungsmethoden schlau“, sagt Linowitzki, der sich in diesem Jahr für eine operative Magenverkleinerung entschied. Die Kosten für die aufwändige und teure OP im Adipositas-Zentrum der Uni-Klinik in Hamburg-Eppendorf trug die Krankenkasse.

Der Magen wurde auf ein Volumen von 150 Gramm verkleinert. Große Portionen sind seitdem passé. Inzwischen wiegt Linowitzki erstmals seit Jahrzehnten wieder unter 100 Kilo, steigt bereitwillig Treppen, geht spazieren, fährt Rad.

Der enorme Gewichtsverlust hinterließ an den Oberarmen und am Bauch unschöne Hautlappen. Die sogenannte Fettschürze wird in zwei Jahren operativ entfernt. Spätestens dann will der 1,78-Meter große Mann sein Normalgewicht von 80 Kilo erreicht haben.

Zunehmen ist jetzt nicht mehr möglich. Linowitzki ist bereits nach Spatzenportionen, die er getrennt von Getränken zu sich nimmt, satt. Zum bevorstehenden Weihnachtsfest brutzelt erstmals nach Jahren kein Ente im Ofen. „Ein kleines, mageres Steak und zwei Kartoffeln reichen.“ Linowitzki ist auch ohne Braten glücklich und freut sich über die höhere Lebenserwartung, die er sich von dem Gewichtsverlust erhofft: „Schließlich möchte ich meine Frau noch viele schöne Jahre durchs Leben begleiten“, sagt er und wirft seiner Uschi, die mit ihm durch „dick und dünn“ geht und ihn „mental unterstützt“, einen liebevollen Blick zu.