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Nach Brand: Kritik einer Helferin

Reinhild Vollner-Wehber (Foto: am)
am. Stade. Als Reinhild Voellner-Wehber die Zeitungsberichte über die Brände im Asylbewerberheim in Fredenbeck liest, wird sie sauer. Sie findet, man habe den jungen Mann ungerecht behandelt. Er wurde von der Polizei verdächtigt, die Brände gelegt zu haben, und noch vor Ort festgenommen. Mangels Beweisen hat ihn die Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt. Medien hatten die entsprechende Pressemitteilung der Polizei veröffentlicht.
Voellner-Wehber kritisiert die Folgen, die dies für den Flüchtling und für die Stimmung unter den Bürger vor Ort hat. Sie ist Integrationshelferin an der Berufsschule in Stade und unterstützt dort eine Deutschlehrerin beim Sprachkurs. Auch der junge Mann lernt in diesem Kurs die deutsche Sprache. "Er ist ein höflicher, gebildeter und fleißiger Mensch", sagt die pensionierte Berufsschullehrerin. "Wenn Sie ihn kennen würden, dann wüssten Sie, dass er es nicht gewesen sein kann." Als sie den Mann nach den Bränden traf, war er am Boden zerstört. Seine Mitbewohner, die auch von dem Brand betroffen sind, stünden, "Gott sei Dank", zu ihm.
Auch das Vorgehen der Polizei kritisiert die Helferin: "Warum musste er in Handschellen auf dem Boden liegen? Und warum hat die Polizei ihn überhaupt festgenommen, nur weil die anderen Bewohner auf ihn gezeigt hatten?" Es wäre doch gut möglich gewesen, dass sie der Polizei mitteilen wollten, dass er sie geweckt hatte, so wie sie es auch später dem Bürgermeister gesagt hatten.
"Es muss sich für die Kollegen so dargestellt haben, dass er im dringenden Tatverdacht steht", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Genauere Angaben könne er jedoch nicht machen, da er nicht vor Ort gewesen sei. Und "dass die Festgenommenen sich auf den Boden legen müssen, ist eine bei der Polizei übliche Vorgehensweise".