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Pflanzenschutz: "Auf das Mittel kommt es an"

Imkerin Tatjana Spät verharrt auf ihrem Standpunkt: Intensive Landwirtschaft sei giftig für Land, Bienen und Menschen

Bienen-Streit: Kreis-Imkerverein Stade meldet sich zu Wort


tp. Kutenholz. Imkerin Tatjana Spät (43) aus Kutenholz bei Fredenbeck erhebt weiter Vorwürfe gegen einen Landwirt: Angeblich versprüht der Bauer tagsüber illegal Pflanzenschutzmittel in der Nähe ihrer Imkerei und schädigt dadurch ihre Bienen (das WOCHENBLATT berichtete). In dem Streit meldet sich nun Nico Martens (27) aus Wiegersen, Chef des Kreis-Imkervereins Stade, zu Wort.
Pflanzenschutz zur Zeit des Bienenflugs am Tage sei laut Martens nicht generell verboten - es komme auf das Pflanzenschutzmittel und die Kultur an. Es gibt für die Mittel eine Einteilung von "B1 - bienengefährlich" bis "B4 - bienenungefährlich". Letztere dürfen laut Martens auch am Tage ausgebracht werden. Das Ausbringen von B1- bis B3-Pflanzenschutzmitteln sei in blühenden Kulturen am Tage verboten - zum Schutz der Bienen. "Hält man sich an diese Regeln, kommt es zu praktisch keinen Schäden an den Bienen." Der Einsatz der Mittel werde überwacht.
Martens: "Ich arbeite mit vielen Obstbauern und Landwirten zusammen und kann keine Probleme vermelden. Landwirte und Imker brauchen einander."
In dem Fall aus Kutenholz handelt es sich nach Martens' Vermutung "um einen Einzelfall". Ob wirklich Verbotenes getan wurde, bleibe aus der Distanz fraglich. Auf jeden Fall stelle das betroffene Getreidefeld keine blühende Kultur dar. Ein Einsatz eines B4-Mittels wäre also problemlos möglich - zum Beispiel gegen Getreidepilze.
Tatjana Spät verharrt auf ihrem Standpunkt, die Bauern würden mit intensiver Landwirtschaft "das ganze Land vergiften." Sie erwägt, aus dem Kreis-Imkerverein auszutreten.