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Abgeschoben: Wann darf Familie Fazlijaj zurück?

Sie wollen wieder nach Hause: Illias und Alma (Foto: privat)

tk. Landkreis. Es ist mehr als nur ein Fünkchen Hoffnung: Die vor mehr als zwei Jahren in den Kosovo abgeschobene Familie Fazlijaj kann vielleicht bald in ihre Heimat nach Fredenbeck zurückkehren. Gani Fazlijaj, seine Frau Sultane Bajrami und die Kinder Ilias (5) und Alma (3) erleben jetzt das zweite Weihnachtsfest fern ihrer Familie, die auf der Stader Geest lebt. Für die Rückkehr setzt sich die SPD-Landtagsabgeordnete Petra Tiemann ein. Beharrlich und oft hinter den Kulissen hat sie dafür gekämpft. "Ich hatte gehofft, dass es schon Weihnachten soweit ist", sagt die Politikerin aus Kutenholz. Das hat nicht geklappt, aber ernsthafte Hindernisse würden nicht mehr bestehen, so Tiemann.

Das Land Niedersachsen habe grundsätzlich erklärt, dass die Wiedereinreise der Familie Fazlijaj ausdrücklich erwünscht sei. Vor wenigen Tagen habe Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) in einem Brief an Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier noch einmal bekräftigt, dass die Rückkehr schnell geregelt werden müsse, so Tiemann. Das Verfahren werde jetzt noch einmal vom Bundesamt für Migration durchleuchtet. Das Amt untersteht sowohl dem Innen- als auch Außenministerium. Der Ansturm von Flüchtlingen führe aber dazu, dass die Kapazitäten der Behörde strapaziert seien. Ein kleiner Fingerzeig des Außenministers würde das Verfahren vermutlich aber beschleunigen. Einen Zeitpunkt für die Wiedereinreise mag Tiemann nicht vorhersagen.

Die Familie der Abgeschobenen schwankt zwischen Hoffen und Pessimismus. Der Bruder Remzi Fazlijaj: "Wir haben einen Funken Hoffnung, doch das dauert so lange." Illias frage jedes Mal, wenn ein Familienmitglied im Kosovo zu Besuch ist: "Kannst Du mich mit nach Hause nehmen?" "Das tut weh", sagt Remzi Fazlijaj.
Für die Rückkehr ist alles vorbereitet: Eine Wohnung für die Familie steht bereit, einen Job kann Gani Fazlijaj sofort antreten. Was fehlt, ist nur noch grünes Licht des Bundesamtes für Migration.

• Im August 2013 stand die Polizei nachts vor der Tür von Familie Fazlijaj. Sie wurde in den Kosovo abgeschoben. Die Eltern sind als kleine Kinder nach Deutschland gekommen, Illias und Alma hier geboren.

Eine Welle des Protestes war die Folge der Abschiebung. Im Mittelpunkt die Forderung: Die Menschen sollen zurück in ihre Heimat Fredenbeck kommen. Der Weg zurück ist allerdings ein bürokratischer Hindernislauf. Wer einmal abgeschoben wurde, erhält nur sehr schwer eine Wiedereinreiserlaubnis. Die Kreispolitik in Stade hatte zudem an das Land appelliert, von nächtlichen Abschiebungen abzusehen.