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Angst vor Transportlärm in Wedel

Die Biogasanlage soll um einen dritten, etwa zwölf Meter hohen Turm erweitert sowie um ein Blockheizkraftwerk werden

Samtgemeinderat in Fredenbeck entscheidet über Expansion der umstrittenen Biogasanlage

tp. Fredenbeck. Mit der umstrittenen Erweiterung der Biogasanlage im Ortsteil Wedel befassen sich die Mitglieder des Rates der Samtgemeinde Fredenbeck auf der Sitzung am Mittwoch, 21. Juni, um 19.30 Uhr im Rathaus in Fredenbeck. Es geht um die Erweiterung der Anlage von einer Leistung von 550 auf 1.100 Kilowatt, sodass sich künftig die rechnerisch mit Strom versorgten Haushalte auf rund 2.000 verdoppelt. Während die Politik die erforderliche Änderung der Pläne vorantreibt, regt sich in dem Geest-Dörfchen weiter Protest gegen die Expansion der Anlage.

Nachdem der Gemeinderat in Fredenbeck dem Bebauungsplan-Entwurf zustimmte, soll nun doch der Samtgemeinderat der Flächennutzungsplan-Änderung bewilligen, mit der die Vergrößerung steht und fällt. Der Umwelt- und Planungsausschuss hat bereits grünes Licht gegeben.

Die Betreiber der Biogasanlage neben dem Hähnchenmaststall an der Wedeler Hauptstraße 67, die Landwirte Hermann Vollmers (47) und Klaus Hauschild, nennen Wirtschaftlichkeitsgründe für das Vorhaben.

Die Anlage auf dem Gelände mitten im Ort mit großer Siloplatte, Güllebehälter, Fermenter, Nachgärer und dem Endlager für Gärreste, die als Dünger verwendet werden, soll um einen zwölf Meter hohen Turm (Gärbehälter) erweitert werden. Zudem ist ein drittes Blockheizkraftwerk mit schalldämmendem Gehäuse geplant, das weitere 35 Haushalte und einen Handwerksbetrieb mit Abwärme versorgt. An das bereits bestehende Fernwärmenetz sind derzeit 27 Haushalte, das Demenz-Heim und der Hähnchenstall angeschlossen.

Anwohner geben u.a. steigendes Verkehrsaufkommen wegen der Anlieferung von Mais und Rüben zu bedenken, befürchten weitere Lärmbelästigung durch Motorengeräusche des neuen Blockheizkraftwerkes und warnen vor dem Risiko eines Anlagen-Unfalls, etwa dem Auslaufen eines Behälters mit einer Gewässerverschmutzung als Folge. Zudem befürchten sie die Störung des benachbarten kleinen Naturschutzgebietes.

Hermann Vollmers erklärt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass sich die Phase des Zulieferverkehrs im September/Oktober während der Mais- und Zuckerrübenernte auf zwei Wochen verdoppeln würde. Er räumt ein, dass ein Teil der Verkehrsströme - bedingt durch die Lage der Felder - weiter durch Wohngebiet führen werde. Gut 80 Prozent der Transporte erfolge allerdings über die gut ausgebaute Landesstraße. Insgesamt bedauere er die durch das Vorhaben ausgelöste Unruhe im Dorf: "Das tut mir als altem Wedeler einfach weh."