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Die Bewohner in Aspe haben ihren Bürgerwillen gegen die Politik durchgesetzt

Matthias Lietzau von der Bürgerinitiative kritisierte mangelnde Objektivität
(am). Das kleine Örtchen Aspe in der Samtgemeinde Fredenbeck könnte für viele Kommunen ein Vorbild sein. Denn dort haben es die Bürger geschafft, ihren Willen gegen den von Politik und Verwaltung durchzusetzen. Und das, obwohl zu Beginn einer langen Diskussion die Aussichten alles andere als gut waren. Nach einem einjährigen Kampf haben sie den Anschluss ihres Ortes an die zentrale Kanalisation verhindert.
Die Hausbesitzer hätten die Hände in den Schoß legen und sich im Stillen ärgern können. Stattdessen haben sie eine Bürgerinitiative gegründet und Unterschriften gesammelt. Bald kamen die ersten Hindernisse: Die Politik akzeptierte die Unterschriftenlisten wegen formaler Mängel nicht. Dennoch brachte die Bürgerinitiative damit eine neue Lawine ins Rollen: Der Samtgemeinderat beschloss, alle Haushalte erneut zu befragen, diesmal mit einem offiziellen Anschreiben. Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann versprach, die Ergebnisse würden bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Die Umfrage entpuppte sich für die Bürgerinitiative jedoch zunächst als neues Ärgernis. An die verschickten Schreiben war eine Liste mit Für- und Gegenargumenten angehängt. „15 Argumente für die Kanalisation und nur drei dagegen. Das ist nicht objektiv“, kritisierte Matthias Lietzau von der Bürgerinitiative.
Die wütenden Anwohner schalteten die Presse ein, um ihre Nachbarn über den ihrer Meinung nach sehr einseitig verfassten Beizettel aufzuklären. Das Ergebnis: Rund Dreiviertel der Bürger sprachen sich gegen eine Kanalisation aus. Letztendlich haben sie ihren Argumenten soviel Gewicht verleihen können, dass der Rat in ihrem Sinne entschied.