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Wenig Sorge um die Tierwelt am trockengelegten Mühlenteich in Fredenbeck

Der trockengelgte Mühlenteich

Landkreis Stade stellt Sicherheit in den Mittelpunkt / Eigentümer holen Kostenvoranschläge für Reparatur ein

tp. Fredenbeck. "Absoluten Vorrang hat zurzeit die öffentliche Sicherheit", sagt der Pressesprecher des Landkreises Stade, Christian Schmidt, mit Blick auf das defekte Stauwerk der denkmalgeschützten Fredenbecker Wassermühle.
Wie berichtet, sehen Natur- und Kulturfreunde den Fortbestand der gesamten idyllischen Anlage in Gefahr, nachdem die Eigentümer im Herbst aus technischen Gründen aus dem zugehörigen Mühlenteich, der Lebensraum seltener Tiere ist, das Wasser abließen.

Das unterspülte Mühlenstauwerk darf laut Landkreis wegen mangelnder Stabilität nicht mehr betreten werden. Das habe bereits eine Besichtigung der Anlage im August ergeben.

Das Fredenbecker Mühlen-Ensemble als Baudenkmal habe kulturell und touristisch sowie das umgebende Bach- und Teichgebiet auch ökologisch erhebliche Bedeutung, so Schmidt.

Seitens der Denkmalschutzbehörde seien die Eigentümer auf die Möglichkeit hingewiesen worden, bei Behörden und Stiftungen Zuschüsse zu beantragen. Voraussetzung sei dafür ein Sanierungskonzept und ein Finanzierungsplan. In diesem Sinne sei laut Schmidt auch ein Zuschuss aus Denkmalschutzmitteln des Landkreises denkbar.

Aus ökologischer Sicht sei das länger andauernde Ablassen des Wassers des Mühlenteiches zwar ein Eingriff in die Natur. Von einer Wiederbesiedlung des später wieder angestauten Mühlenteiches zum Beispiel mit Muscheln, Fischen und seltenen Vögeln wie dem Eisvogel sei aber sicher auszugehen, so Schmidt, selbst Biologe.
"Wanderfische wie Forellen, Neunaugen können die Mühle und den Mühlenteich ohnehin passieren, weil es seit 2004 einen Bypass um die Mühle gibt, den der Unterhaltungsverbands Schwinge seinerzeit aus Hochwasserschutz- und Naturschutzgründen einrichten ließ."

Bei einem WOCHENBLATT-Ortstermin schlugen die Eigentümer Dörthe und Cord Neumann die Gründung eines runden Tischs vor. In dem Gremium mit Vertretern der Unterschiedlichen Interessengruppen soll unter anderem die Kostenfrage geklärt werden. Der runde Tisch habe noch nicht getagt, so Dörthe Neumann. Derzeit sei man dabei, mehrere Kostenvoranschläge bei Fachfirmen einzuholen. Cord Neumann rechnet mit Reparaturkosten in sechsstelliger Höhe.