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Kirsch-Konkurrenz von der Geest

Gängige Kirschsorten wie die frühreife "Vanda" wachsen auf der neuen Plantage

Zehn Hektar großer High-Tech-Obstgarten in Fredenbeck-Schwinge / 100.000 Bäumchen gepflanzt

tp. Schwinge. Rund 80 Prozent der Kirschen, die deutsche Obstliebhaber verzehren, werden aus dem Ausland importiert - ein riesiges Marktpotenzial für heimisches Kernobst leitet daraus Landwirt Christoph Werner (30) ab und baut in Schwinge bei Fredenbeck eine gigantische überdachte Kirschplantage. Christoph Werner, der mit seinem Vater Jürgen Werner den renommierten Spargelhof Werner in Deinste betreibt, betritt mit dem Kirschbau auf der Geest Neuland.
Autofahrer auf der Bundesstraße 74 konnten in den vergangenen Monaten beobachten, wie auf einem ehemaligen Getreideacker an Abzweigung "Forstkamp" zwischen Stade und Bremervörde der rund zehn Hektar große High-Tech-Obstgarten entsteht. Sorten wie "Vanda", "Bellise" und "Regina", die sonst in dem großen europäischen Obstanbaugebiet Altes Land kultiviert werden, wachsen künftig mitten auf der Stader Geest. Insgesamt 100.000 Kirschbäumchen wurden gepflanzt. Im kommenden Jahr sollen sie erstmals einige Früchte tragen.
Noch die die XXL-Plantage im Aufbau: Die Konstruktion besteht aus tausenden rund vier Meter hohen Metallstäben und etlichen Kilometern Drahtseilen. Zur Blüte soll das Dach aus Kunststoffplane auf das gitterartige Bauwerk gespannt werden. Das Folienzelt hat kaum Gewächshaus-Wirkung. Es dient dem Schutz der Kirschen vor schädlichem Regen, der das empfindliche Fruchtfleisch zum Platzen bringt.
Wie auch im Alten Land werden die Kirschbäume in Schwinge mit einem Schlauchsystem am Boden bewässert.
Christoph Werner hält den Geestboden für ähnlich fruchtbar wie die Obstmarsch im Alten Land, sodass er vorerst auf Dünger verzichten will. In fünf Jahren sollen die Bäume ihren vollen Ertrag von je zwölf bis 15 Kilo pro Saison erbringen: "Doch diese Werte sind reine Spekulation", sagt Christoph Werner, "denn Kirschanbau ist für uns Pionierarbeit. Wir haben null Erfahrung."
• Neben dem Alten Land werden "Dachkirschen" im Kreis Stade laut Christoph Werner mit Erfolg in Kehdingen und in der Samtgemeinde Apensen angebaut.