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Am Bahnhof hat's gefunkt

Seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Christa und Jürgen A. Schulz aus Asendorf (Foto: privat)

Christa und Jürgen A. Schulz feiern heute Diamantene Hochzeit / Reisen als gemeinsame Leidenschaft.

mum. Asendorf. An ihre erste Begegnung können sich Christia und Jürgen A. Schulz (beide 81 Jahre alt) noch gut erinnern. Vielleicht weil es einfach Schicksal war. Sie trafen sich 1956 an einem Imbiss vor dem Kölner Hauptbahnhof. Am heutigen Mittwoch feiert das Paar, das in Asendorf zu Hause ist, Diamantene Hochzeit.
Weil ihre Züge Verspätung hatten, wollten sie sich nur kurz eine Kleinigkeit zu Essen kaufen. „Ich lebte damals schon in Hamburg bei meiner Cousine“, erinnert sich Christa. Mit dem Zug wollte sie damals von Hamburg nach Dessau reisen, um ihre Familie zu besuchen. Jürgen - damals Seemann - wollte in die entgegengesetzte Richtung. Von Paris ging es via Köln nach Hamburg-Harburg, wo der gebürtige Bergedorfer wohnte. „Ich glaube, ich habe Christa als erstes angesprochen“, so Jürgen. Beide waren damals 19 Jahre alt und sich sofort sympathisch - vielleicht war es sogar Liebe auf den ersten Blick. „Wir beschlossen, dass wir uns in Hamburg wiedersehen wollten“, so Christa. Der ersten Verabredung folgten immer weitere. Schnell stellten die Verliebten fest, dass sie füreinander bestimmt sind. „Schon nach einem Jahr zogen wir zusammen.“
Ihre erste Wohnung befand sich im elterlichen Haus von Jürgen. „Wir hatten nur ein Zimmer“, schaut Christa zurück. „Aber wir waren glücklich.“ Wichtigster Einrichtungsgegenstand war ein Plattenspieler. „Wir waren sehr stolz darauf, Musik hören zu können.“ Ganz einfach war es damals nicht für das Paar. Heiraten durfte man erst im Alter von 21 Jahren. Vorher war auch das Zusammenwohnen nicht toleriert. Doch das interessierte die beiden nicht. Umso größer war die Freude, als sich Christa und Jürgen am 8. November das „Ja-Wort“ gaben. 
Von Bergedorf aus ging es nach Hamburg-Wandsbek. Christa erlernte den Beruf der Cutterin und arbeite bei den damals sehr bekannten Geyer-Werken, dem ältesten filmtechnischen Dienstleister Deutschlands. Jürgen hatte der Seefahrt den Rücken gekehrt und wollte Journalist werden. Er volontierte bei der Bergedorfer Zeitung und arbeitete später für die Deutsche Presseagentur.
Mitte der 1960er Jahre heuerte Jürgen beim Winsener Anzeiger an, später arbeitete er für das Abendblatt. Das Paar zog nach Hanstedt und schließlich nach Asendorf, wo sie sich ihr Traumhaus bauten. Beruflich startete Jürgen in den 1980er nochmals neu durch. Er gründete unter anderem das Studio JAS-Film. Bis heute zeichnet er als Produzent für diverse Reise-, Ausbildungs- und Dokumentarfilme verantwortlich. Zudem war er in beratender Tätigkeit für diverse TV-Produktionen (Spiegel-TV) tätig.
Oft an seiner Seite war Gattin Christa, die ihn mit ihren fundierten Kenntnissen stets unterstützte. Vor allem das Reisen nennt das Paar ihre große gemeinsame Leidenschaft. Mit dem eigenen Seegelboot „Heidjer 6“ erkundeten sie das gesamte Mittelmeer. Immer mit an Bord war die Kamera. Für das Paar bedeutete Urlaub stets Arbeit. Spannende Filme entstanden während dieser Zeit. Noch heute ist Jürgen als Produzent gefragt. Unter anderem haben es ihm die historischen Persönlichkeiten der Nordheide angetan. Sein neuestes Werk beschäftigt sich mit den Kulturdenkmälern zwischen Marsch und Geest.
Jürgen ist Mitglied des Rotary Club Winsen, dessen Präsident er 2004 war. Schulz gründete den RVFE-Fellowship. Dabei handelt es sich um einen Wohnmobil-Freundeskreis innerhalb des Clubs.
Gibt es ein Rezept für eine lange Ehe? „Wir sind ständig in Bewegung“, sagt Christa. Das halte sie beide jung. An ihrem Mann schätze sie einfach alles. „Wir sehen uns an und wissen, was der andere denkt.“
• Am heutigen Mittwoch feiert das Paar seine Diamantene Hochzeit im Zuge eines kleinen Empfangs. Mit dabei sind die Söhne Holger (59), Klaus (58) und Manfred (55) sowie deren Familien. Christa und Jürgen A. Schulz haben vier Enkel und ein Urenkelkind.