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Brackel: Millionenprojekt in den Startlöchern

Mit einer "Sondierraupe" untersucht das Unternehmen Gasunie die Bodenverhältnisse in Brackel. Dort soll eine Erdgasverdichtungsanlage entstehen (Foto: Gasunie)
 
Das Foto zeigt eine vergleichbare Verdichtungsanlage. Im Gegensatz zu dieser können bei Brackel bis zu sechs Verdichterhallen entstehen (Foto: Gasunie Deutschland)

Untersuchungen des Baugrunds in Brackel starten / Ergebnisse fließen in das Genehmigungsverfahren ein.

mum. Brackel. 187,5 Millionen Euro! So viel will das Unternehmen Gasunie Deutschland für eine Erdgasverdichtungsanlage nahe der Autobahn 7 - unweit der Abfahrt Thieshope - bei Brackel investieren. Wie das WOCHENBLATT bereits exklusiv berichtet hatte, reagiert das Unternehmen auf Veränderungen auf dem Erdgasmarkt. Demnach reichen die Transportkapazitäten der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) auf Sicht nicht aus. "Der Bau einer Verdichtungsanlage ist eine bessere Alternative, als neue Pipelines durch das Land zu verlegen", sagt Projektleiter Markus Neuhaus.
Am Montag, 8. August, beginnen nun etwa zweiwöchige Untersuchungen, die genauen Aufschluss über die Bodenverhältnisse am geplanten Standort geben sollen. Während dieser Zeit sind fünf Personen eines auf solche Arbeiten spezialisierten Fachunternehmens im Einsatz. Eingesetzt wird eine kleine "Sondierraupe" (0,8 Tonnen) sowie eine Spezial-Lkw. "Dabei wird auch eine Drucksonde verwendet, die erschütterungsfrei die Lagerungsdichten des Baugrunds bis in etwa 25 Metern Tiefe misst", sagt Neuhaus. Auf diese Weise würden sich zuverlässig Angaben über die Bodenschichtung, die vorhandenen Bodenarten und deren Lagerungsdichten ermitteln.
"Mit den Untersuchungen, deren Ergebnisse für das anstehende Genehmigungsverfahren benötigt werden, überprüfen wir, ob der Standort auch von seiner Bodenbeschaffenheit alle Anforderungen erfüllt", erklärt Projektleiter Markus Neuhaus. Außer den Baugrund-Untersuchung hat Gasunie weitere Studien in Auftrag gegeben. "Während der Info-Veranstaltung in Brackel vor fünf Wochen haben wir angekündigt, auch die möglichen Antriebsarten der Verdichter zu untersuchen", so Neuhaus. "Derzeit nehmen wir die Alternativen Erdgas und Strom genauer unter die Lupe."
• Das Unternehmen setzt den Weg einer offenen Kommunikation gegenüber den Bürgern fort. Interessenten sind am Mittwoch, 10. August, ab 15 Uhr zu einer Besichtigung der Baugrunduntersuchung und dem Einsatz der Drucksonde eingeladen. Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl pro Gruppe auf zwölf beschränkt. Eine Anmeldung - telefonisch werktags zwischen 8 und 16 Uhr unter der Rufnummer 0511 - 6406072146 oder via E-Mail an info@gasunie.de - ist daher empfehlenswert. Über den genauen Zeitpunkt werden die Angemeldeten rechtzeitig informiert.
Die Verdichterstation ist Bestandteil des Netzentwicklungsplans Gas 2016, der sich derzeit in der Abstimmung mit der Bundesnetzagentur befindet. "Der geplanten Anlage kommt eine wichtige Bedeutung innerhalb der zukünftigen Energieversorgung Nordwesteuropas zu", so Neuhaus. "Sie erhöht die Transportkapazität auf der NEL durch die Verdichtung des Gases signifikant und stellt damit die Substitution der in Deutschland und den Niederlanden drastisch zurückgehenden Gasaufkommen sicher."

Das ist Gasunie Deutschland

(mum). Gasunie Deutschland Transport Services GmbH (www.gasunie.de) mit Sitz in Hannover ist verantwortlich für das Management, den Betrieb und den Ausbau eines rund 3.600 Kilometer langen Fernleitungsnetzes in Norddeutschland. Aufgrund seiner geographischen Lage übernimmt das insgesamt mehr als 15.500 Kilometer lange Leitungsnetz der Gasunie in den Niederlanden und in Deutschland die Funktion einer Gasdrehscheibe für Nordwesteuropa. Gasunie Deutschland ist ein Tochterunternehmen der N.V. Nederlandse Gasunie. Als wichtiger Bestandteil des norddeutschen Erdgasnetzes leisten die Transporteinrichtungen der Gasunie einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Erdgasversorgung in Deutschland und Europa. Gemeinsam mit den Fernleitungsnetzbetreibern NEL Gastransport und Fluxys Deutschland ist Gasunie Deutschland Anteilseigner an der 441 Kilometer langen Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL).

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