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"Das schöne Ortsbild ist für immer zerstört!"

Ein trauriger Anblick: In Döhle wurden mindestens 50 riesige Eichen gefällt
 
Beeindruckende Baumstämme liegen gefällt auf dem Boden. Diese Eichen standen vor kurzem noch in Döhle

"Als ich das sah, kamen mir die Tränen", sagt Christine Bernstorff aus Egestorf. In Wilsede - mitten in der Naturparkregion Lüneburger Heide - wurden mindestens 20 ortsbildprägende Eichen gefällt. "Die Bäume waren bestimmt über 200 Jahre alt". Auch in Döhle regierte die Kettensäge. "Mindestens 56 Eichen - darunter 33 Bäume mit einem Durchmesser von mindestens 45 Zentimeter wurden gefällt", so Kathrin Jordan. Sie fragt: "Sieht so aus Steuermitteln geförderter Naturschutz aus?"

mum. Döhle/Wilsede. "Pastor Bode würde sich im Grab umdrehen", sagt Kathrin Jordan vom Ortsverband Hanstedt/Salzhausen der Grünen. Wer in Döhle die Auebrücke in Richtung Schafstall überquert, sei sprachlos. "Das Ausmaß der gefällten Bäume in dem schützenswerten Gehölzstreifen am Wiesental lässt jeden Spaziergänger erstarren", so Jordan. Dort seien 56 Eichen, davon 33 mit einem Durchmesser von mindestens 45 Zentimeter, eine große Buche, zehn Kiefern sowie 15 Erlen und Birken gefällt worden. "Und das mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide", so die Grünen-Politikerin. Es werde der Eindruck erweckt, dass dort nicht der Naturschutz, sondern nur wirtschaftliche Interessen im Vordergrund gestanden haben. Anders kann diese unsensible Maßnahme nicht erklärt werden." Naturfreunde seien über das Vorgehen entsetzt und traurig. "Sieht so aus Steuermitteln geförderter Naturschutz aus?" fragt Jordan.
Auch in Wilsede habe ein Kahlschlag in der denkmalgeschützten Ortsmitte stattgefunden. Dort seien mindestens 20 ortsbildprägende, zum Teil 200 Jahre alte Eichen und Buchen im Bereich des Heidemuseums und des Gasthauses gefällt worden. "Als ich das sah, kamen mir die Tränen", sagt Christine Bernstorff aus Egestorf. Auch Hilke Beer von den Grünen aus Salzhausen ist sauer: "Diese Eichen haben viele Generationen erlebt."
Die Kritik der Grünen lautet: Während einige Ortsräte in den Dörfern überlegen, wie sie für ihre Bürger Anreize schaffen können, alte Eichen und Buchen auf ihren Grundstücken zu schützen und zu erhalten, wird im Naturschutzgebiet außerhalb des Waldes radikal abgeholzt. Dabei wird auf der Internetseite des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) das Ortsbild von Wilsede wie folgt beschrieben: "Reetgedeckte Fachwerkhöfe, unter dem Blätterdach knorriger Eichen verborgen". Dieses wunderschöne, romantische Ortsbild sei laut Jordan nachhaltig zerstört und für die nächsten Generationen endgültig verloren gegangen.
• Zuletzt hatte sich Jesteburgs CDU-Fraktionsvorsitzende Britta Witte für den Erhalt alter Bäume eingesetzt. "Jesteburgs Ortsbild wird geprägt von alten Bäumen, vorwiegend Eichen. Nicht alle sind über einen B-Plan geschützt", erklärte Witte den Antrag, der jedoch keine Mehrheit im zuständigen Ausschuss fand. Auf eine generelle Baumschutzsatzung habe die Gemeinde bisher verzichtet. Vor allem befürchte man, dass bei einer drohenden Baumschutzsatzung Bürger "vorsorglich" große Bäume entfernen würden. Die CDU sehe allerdings auch, dass Besitzer alter Bäume nicht nur mit Beschattung und Laub umzugehen hätten: "Auf sie kommen zum Teil zusätzlich hohe Kosten für erforderliche Baumschnittarbeiten zu, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten", so Witte. Die Gemeinde Jesteburg beteiligt sich an diesen Kosten mit 25 bis maximal 50 Prozent. Nach dem Antrag der CDU hätte die Gemeinde Baumpflegearbeiten an ortsbildprägenden Bäumen in eigener Regie und Verantwortung sowie auf eigene Rechnung durchführen sollen.