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"Ich suche eine Wohnung"

Sie hat die Hoffnung noch nicht aufgeben. Carina Birr sucht eine Wohnung im Landkreis Harburg
mum. Marxen. Die letzten Tränen sind noch nicht getrocknet; ihren Becher mit Kaffee hält sie so fest umschlossen, als würde er ihr Halt geben: Carina Birr (47) ist verzweifelt: "Wenn meine Freundin mich nicht aufgenommen hätte, ich wüsste nicht mehr weiter." Carina Birr ist auf Wohnungssuche. Für viele kein Drama, doch für die Frau mit den dunkelblonden Locken ist die Situation beklemmend. Das ist ihre Geschichte.
"Vor drei Monaten hat mir mein Vermieter aus Eigenbedarf gekündigt", erzählt Carina Birr, die im Nordheide-Dorf Marxen wohnt. Für sie begann ein Spießrutenlauf. "Ich habe mich um mehr als 50 Wohnungen bemüht", sagt sie. Nie habe es geklappt. "Die meisten Vermieter sagten ganz offen, dass sie niemanden wollen, der in meiner Situation ist." Ihre Situation - damit beschreibt Carina Birr vor allem ihre Krankheit. Vor 13 Jahren wurde bei ihr Unterleibkrebs diagnostiziert. "Es hieß, ich werde keine 40 Jahre alt", flüstert sie. Die Operation verlief gut, sie besiegte den Krebs - körperlich. Doch in ihren Beruf als Kfz-Zulasserin konnte sie nicht zurück. "Nach der OP begannen die Depressionen", erinnert sie sich. Dann bekam sie Rheuma und zuletzt eine Operation an der Schulter. "Ich habe die Rente eingereicht, lebe von der Grundsicherung."
Viele Wohnungen sind schlicht zu teuer. Zudem übernimmt das Sozialamt keine Makler-Courtage, das grenzt die Auswahl weiter ein. Einmal schöpfte sie Hoffnung. Ihr wurde eine kleine Wohnung angeboten - 55 Quadratmeter für 360 Euro zuzüglich 80 Euro Betriebskosten. Doch die zuständige Landkreis-Behörde teilte mit, der Mietvertrag sei nicht akzeptabel, die Wohnung fünf Quadratmeter zu groß und die Nebenkosten zu hoch.
Im ersten Moment war Carina Birr zornig auf den Mann vom Amt. "Aber der hält sich ja auch nur an seine Vorgaben." Am meisten enttäuscht sei sie von Amtspersonen, die eigentlich helfen sollen, ihr aber mit "schlauen Ratschlägen" jegliche Zuversicht nehmen würden. Da hieß es unter anderem: "Für das, was Ihnen zusteht, wird es schwierig, im Landkreis Harburg eine Wohnung zu finden. Versuchen Sie es doch im Harz oder im Osten." Oder: "Wenn Sie keine Wohnung finden, bleibt nur das Frauenhaus. Aber da kommt einem vieles abhanden." Und dann noch ein Vorschlag, der Vermieter sicherlich aufhorchen lässt: "Sie müssen ja nicht gleich ausziehen. Bis der Vermieter eine Räumungsklage durchgesetzt hat, können Monate vergehen."
"Ich möchte niemandem zur Last fallen", sagt Carina Birr. "Ich bete, dass ich bald eine Wohnung finden werde."
•Wer Carina Birr mit einer Wohnung (gern auch kleiner als 50 Quadratmeter) helfen möchte, kann sich per E-Mail an Michaela Frahm wenden. Die Adresse lautet m_frahm@hamburg.de.