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Rücksichtslose Kalb-Vandalen in Hanstedt

Klaus Schwanecke vor der Kuh in Hanstedt. Auch sie wurde bereits mehrfach „Opfer“ von Vandalismus-Anschlägen
 
Wer macht so etwas? Unbekannte haben das kleine Kälbchen in der Mitte durchgeschlagen

Ein Jahr war Ruhe - jetzt haben rücksichtslose Vandalen in Hanstedt wieder zugeschlagen. Das kleine Kälbchen, das zum „Milch-Denkmal“ mitten im Ort gehört, wurde in der Mitte zerschlagen. Unbekannte haben sich in der Nacht zu Mittwoch daran zu schaffen gemacht. Zeugen gibt es offensichtlich keine. In den vergangenen sechs Jahren wurde allein das Kalb fünf Mal zerstört oder gestohlen.

mum. Hanstedt. „Wer macht so etwas nur?“ - das fragen sich Klaus Schwanecke von der Interessengemeinschaft Hanstedt (IGH) und viele Hanstedter. Schon wieder haben Unbekannte an dem kleinen Kuh-Kunstwerk an der Buchholzer Straße mitten im Dorf zugeschlagen. Diesmal wurde das kleine Kälbchen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Mitte zerschlagen. Es gehört zu einem Ensemble, bestehend aus einer großen Kuh und einigen Milchkannen. „Ich kann das nicht verstehen“, sagt Schwanecke. „Wie skrupellos muss man sein, dass man hier immer wieder Schaden anrichtet?“
Seit der Aufstellung vor sechs Jahren wurde das Kalb fünf Mal zerstört; die Kuh traf es dreimal. Zudem wurden die beiden Plastiken mehrmals mit Farbe beschmiert. Selbst eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro half nicht. Die Täter konnten bislang nie ermittelt werden. Der letzte Zwischenfall ereignete sich im April vorigen Jahres. Damals wurde das Kälbchen gestohlen. Die Täter gingen sehr professionell zu Werke. Mit einem Schraubenzieher wurde die Halterung gelöst und das Kalb abmontiert. „Bei einem Treffen vor wenigen Tagen freuten wir uns darüber, dass jetzt schon so lange nichts geschehen ist“, so Schwanecke. Die Freude war wohl zu früh.
Nicht nur auf die IGH-Kühe haben es Vandalen abgesehen. Voriges Jahr wurde die von den Mitgliedern angelegte Wassertretanlage in der Schmalen Aue (direkt in der Ortsmitte von Hanstedt) Ziel einer Vandalismus-Attacke (das WOCHENBLATT berichtete). „Vermutlich waren es Jugendliche, die Bierflaschen zerschlugen und die Scherben ins Wasser warfen“, sagte Schwanecke damals.
Doch die Ehrenamtlichen lassen sich nicht entmutigen. „Wir werden weiterhin unsere Ideen fürs Gemeinwohl umsetzen.“ Darin bestärkt sie unter anderem, dass sich bereits ein Sponsor für ein neues Kälbchen gefunden hat. Dr. Lars Blume, Inhaber der Vital-Apotheke, kommt für die Kosten auf. Während die Kuh etwa 600 Euro kostet, ist das Kalb etwa 200 Euro teuer. Ein Freundschaftspreis des Händlers aus Sahrendorf. Viel schwerer wiegt allerdings die ehrenamtliche Arbeitszeit, die die IGH-Mitglieder jedes Mal investieren.
Bislang haben sich die fleißigen Senioren, die so viel Gutes für Hanstedt tun, nie von den Vandalismus-Anschlägen entmutigen lassen. „So wird es auch diesmal sein“, kündigt Schwanecke an.

Die Geschichte des Denkmals:

Mit dem Milchdenkmal, zu dem außer den beiden Kühen auch eine Bank mit mehreren Milchkannen gehört, wollen die IGH-Mitglieder an eine alte Tradition erinnern. Im 19. und 20. Jahrhundert stellten Landwirte, die nur zwei oder drei Kühe hatten, ihre Milch an einen zentralen Sammelpunkt auf eine „Milchbank“. Die Kannen waren speziell mit dreistelligen Nummern gekennzeichnet. Eine „3“ am Anfang bedeutete etwa, dass die Kanne aus Quarrendorf stammte. Ein Bauer sammelte alle Kannen mit seinem Pferdewagen ein und brachte die Milch zu einer Molkerei nach Brackel. Auf der Rückfahrt brachte der Landwirt die leeren Kannen wieder zurück. Manchmal waren sie auch mit Molkerei-Produkten oder Molke (für die Schweinefütterung) gefüllt.