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Tagespflege als Ausschluss für Kita-Platz?

Tagesmutter Michaela Kreuter (Foto: oh)

Tagesmutter beklagt, dass ein von ihr betreutes Kind sich nun in einer Krippe neu eingewöhnen muss

bim. Hanstedt. Krippenplätze sind seit dem seit August geltenden Rechtsanspruch begehrter denn je. Doch nicht nur in Krippen, sondern auch bei Tagespflegepersonen sind die Kleinen im Alter von ein bis drei Jahren gut aufgehoben - und für manche Eltern, die ihr Kind lieber in kleineren Gruppen bei individuell abgestimmten Zeiten betreuen lassen möchten - oftmals eine gern angenommene Alternative. Umso unbegreiflicher ist das, was Tagesmutter Michaela Kreuter (33) aus Hanstedt berichtet.
"Mein Tageskind musste zum 1. August einen Krippenplatz annehmen, weil es ansonsten keinen Kindergartenplatz bekommen hätte. Dabei hatte sich das Kind bei mir schon so wohl gefühlt. Wir hatten eine tolle Eingewöhnung. Und die Eltern haben auch gesagt, dass sie das Kind lieber bei mir gelassen hätten", so Michaela Kreuter. Sie fragt sich, warum man dem Kind eine neue Eingewöhnung zumutet und es aus einer bestehenden Betreuung wieder herausnimmt.
Auf Unverständnis stößt ihre Schilderung auch beim Landkreis Harburg und bei der Samtgemeinde Hanstedt. "Es gibt keine Regelung, dass eine Kindertagesstätte ein Kind ablehnen darf, wenn es zuvor nicht in der Krippe war. Eine Bevorzugung von Krippenkindern bei der Kita-Platzvergabe ist nicht rechtens", so Kreissprecher Johannes Freudewald.
Auch Hanstedts Erste Samtgemeinderätin Iris Hennig ist erstaunt. "Für diese Regelung gibt es keine Grundlage. Und wir billigen so etwas nicht", sagt sie. Iris Hennig vermutet, dass es sich um ein Missverständnis handele, das sie gerne ausräumen möchte. Sie will den Kontakt mit Michaela Kreuter suchen und das Thema auch bei den Kita-Leitungen ansprechen.