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"Zu alt für unsere Zielgruppe": Wie Telekom und Ewetel ihre Kunden verärgern

Das ist nicht zu fassen: Telekom und Ewetel treiben manch Kunden in den Wahnsinn (Foto: Thorsten Freyer / pixelio.de)

Ist das Service? Telekom und Ewetel treiben ihre Kunden im Landkreis Harburg in den Wahnsinn.

(mum). Zoff mit dem Telefonanbieter - das kommt im Landkreis Harburg offensichtlich häufiger vor als man denkt. Nachdem das WOCHENBLATT zuletzt von Heide Burmesters Schwierigkeiten mit ihrem Telefonanschluss berichtet hatte, meldeten sich zahlreiche Leser in der Redaktion mit ähnlichen Problemen. Die Hanstedterin war vom 19. Dezember bis Anfang Januar ohne Anschluss. Netzbetreiber Telekom und Anbieter Ewetel schoben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe.
Hier eine Auswahl:
• Ewetel-Kunde Hans-Heinrich Fehling (76) aus Wistedt wunderte sich, dass an seinem Geburtstag am ersten Weihnachtstag das Telefon überhaupt nicht klingelte. „Ich rief beim Notservice an. Man sagte, man würde sich um das Problem kümmern und die Leitung testen“, erinnert sich der Rentner. Tage später stellte sich heraus, dass die Fritzbox kaputt war. Ein Austauschgerät erhielt Fehling erst, als er einen neuen Vertrag über zwei Jahre abschloss.
• Empört ist auch Katharina Hermann aus Egestorf. Ohne ersichtlichen Grund funktionierte plötzlich ihre Telefonanlage nicht mehr. Der Anschluss ist für sie besonders wichtig, da über diesen ihre Eltern (beide 88 Jahre) mit dem DRK-Hausnotruf verbunden sind. Trotz mehrfacher Beschwerden, geschah lange Zeit nichts. Die Egestorferin ließ nicht locker und schrieb Beschwerde um Beschwerde. Schließlich räumte Ewetel ihr Ende Oktober ein Sonderkündigungsrecht ein. Katharina Hermann entschied sich für die Telekom. Mitte Januar sollte der Wechsel vollzogen werden. „Plötzlich teilte mir Ewetel mit, dass mein Anschluss bereits zum 30. Dezember abgeschaltet wird“, so Katharina Hermann. Dann wären ihre Eltern bis zu drei Wochen ohne Notruf gewesen. Sie intervenierte, doch obwohl man ihr seitens Ewetel versprach, die Leitung nicht zu kappen, ist Katharina Hermann seit dem 30. Dezember ohne Anschluss. Kurios: Von dem Sonderkündigungsrecht wolle man laut ihren Schilderungen bei Ewetel nichts mehr wissen.
Am meisten aber ärgerte sich Katharina Hermann über die Aussage eines Ewetel-Mitarbeiters. Er soll gesagt haben, dass Kunden im Alter ihrer Eltern nicht mehr zum Personenkreis derer gehören, die für das Unternehmen wichtig seien.
• Den Stein ins Rollen brachte Heide Burmester. Mindestens 100 Haushalte waren vor Weihnachten ohne Telefon. Heide Burmester griff mehrfach zum Handy und erkundigte sich bei Ewetel nach dem Stand der Reparatur. Dann plötzlich war das Telefon wieder funktionsbereit. Allerdings nicht ganz so wie es sich die Hanstedterin gewünscht hätte. „Ich wollte meinen Nachbarn anrufen und landete bei einem ganz anderen Nachbarn, der einige Häuser entfernt wohnt“, so Heide Burmester.
Inzwischen kann Heide Burmester wieder nach Herzenslust telefonieren. „Nach dem Artikel haben mir viele Hanstedter von ihrem Telekom-Ärger erzählt“, so Burmester. Darunter waren auch drei Nachbarn aus dem selben Mietshaus. Obwohl sich das Trio nahezu zeitgleich beschwerte, kamen drei unterschiedliche Technikaer zu jeweils unterschiedlichen Terminen ins Haus. „Das nenne ich wirklich effektives Arbeiten“, sagt Heide Burmester mit einem Schmunzeln.

Ein Lese-Tipp:
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