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Egestorf will in den Tourismus investieren - aber Naturverbände kritisieren „Eingriffe in die Natur“

mum. Egestorf. Der Barfußpark und das Naturbad „Aquadies“ sind die Attraktionen des Heide-Dorfes Egestorf. Das Areal soll jetzt umfangreich erweitert werden. Daher hat der Gemeinderat jetzt das Verfahren der „Frühzeitigen Beteiligung“ angeschoben, so dass Behörden und Privatpersonen Stellung nehmen können. „Es fehlte bisher ein gesamtplanerisches und touristisches Konzept“, sagt Bürgermeister Marko Schreiber (CDU). Das habe der Landkreis kritisiert.
Und es gibt bereits Erweiterungskonzepte: Bisher teilen sich Barfußpark und Aquadies den Eingangs- und Kassenbereich. An manchen Sommertagen sei der Besucheransturm kaum zu bewältigen. Deswegen sollen hier zwei neue Kassenplätze entstehen. Auch ein kleiner Souvenirladen sowie eine Tourist-Info seien angedacht. Das Jugendcamp oberhalb des Badeteichs könnte erweitert werden. Und damit nicht genug: In Egestorf liegen Pläne für ein Ferien-Dorf in der Schublade (das WOCHENBLATT berichtete). Im Gespräch sind etwa 150 Ferienhäuser.
Die „NaturFeunde Nordheide“ kritisieren die Pläne scharf. „Wieder einmal zeigt die Gemeinde Egestorf, dass ihr das regionale Raumordnungsprogramm egal ist“, sagt Vorsitzender Bernd Wenzel. Ein Hauptteil dieser Planung sei der Bau eines Hüttendorfs mit 80 Betten und den dazugehörigen Versorgungsanlagen. „Das ist die Kapazität eines mittleren Hotels und bedeutet einen beachtlichen Schlag gegen Natur.“ Sein Verein werde nicht hinnehmen, dass ein geschütztes Biotop mit touristischen Aktivitäten umzinkelt werde. Wenzel erinnert daran, dass Egestorf bereits Pläne hatte, eine Großtankstelle in einem Trinkwasservorranggebiet bei Evendorf zu genehmigen. „Zum Glück wurde das noch nicht realisiert.“