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Hanstedt: Vorbild für andere Gemeinden?

Olaf Muus vor den Plänen der neuen Unterkunft an der Winsener Straße

Hanstedt möchte eine gemeinsame Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose von „Human Care“ bauen lassen.

mum. Hanstedt. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, sagt Hanstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus. „Auch wir müssen Unterkünfte für Asylbewerber schaffen.“ Wie mehrfach berichtet, muss der Landkreis Harburg mehr Asylbewerber aufnehmen als derzeit Plätze zur Verfügung stehen. Daher möchte Muus seinen Worten am liebsten so schnell wie möglich Taten folgen lassen. Dazu benötigt der Verwaltungschef unter anderem die Zustimmung der Mitglieder des Sozialausschusses. Am kommenden Donnerstag, 28. November, diskutieren sie ab 19 Uhr im „Alten Geidenhof“ den Bau einer Unterkunft auf dem Grundstück an der Winsener Straße 57-61 (gegenüber des Sportplatzes).
Der Landkreis Harburg beabsichtigt, dort einen Gebäudekomplex mit 41 Plätzen zu bauen. Dabei würden bis zu neun Plätze vorrangig für Obdachlose bereitgestellt werden. Verantwortlich für den Betrieb soll nach den Wünschen des Landkreises das Unternehmen „Human Care“ sein, das bereits vergleichbare Einrichtungen im Landkreis Harburg betreibt - unter anderem in Neu Wulmstorf. „Die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft soll auf 15 Jahre begrenzt werden“, sagt Muus. Als Obdachlosenunterkunft sei der Betrieb dauerhaft möglich. Das Konzept sieht vor, dass „Human Care“ vor Ort nicht nur einen Hausmeister, sondern auch einen Sozialarbeiter einsetzt.
Für die neue Unterbringung muss die ehemalige Flüchtlingsunterkunft am Ortsrand weichen. In den drei einfachen, ebenerdigen Häusern gibt es insgesamt fünf Wohnungen. Eine davon muss für Zwangsräumungen und Obdachlose freigehalten werden. Derzeit lebt dort noch eine Flüchtlingsfamilie. Die Samtgemeinde hatte die Unterkünfte in den 1990er Jahren in Leichtbauweise errichtet. „Die gesamte Anlage ist inzwischen abgängig“, so Muus. Ein Abriss daher vertretbar.
Stimmt der Rat den Plänen zu, muss zunächst ein Erbbaurechtsvertrag zwischen der Samtgemeinde Hanstedt als Grundeigentümerin und „Human-Care“ besiegelt werden. Im Anschluss könnte dann der Dienstleistungsvertrag zwischen dem Landkreis Harburg und „Human Care“ geschlossen werden. Der Vorteil für Hanstedt liegt auf der Hand: „Human Care“ würde die bisherigen Gebäude auf eigene Kosten abreißen lassen und zudem den Neubau finanzieren. Ende des Jahres könnte der Abriss beginnen. Die Bauzeit würde laut Muus etwa ein halbes Jahr betragen.
Vertreter des Landkreises und von „Human Care“ werden die Pläne am Donnerstag vorstellen und Fragen zu der Unterkunft beantworten.