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Kräftiger Schluck aus der Pulle

(Foto: Gerd Altmann@pixelio.de)
mum. Jesteburg. Das wurde auch mal wirklich Zeit: Nachdem die Jesteburger Politiker so lange darben mussten - immerhin liegt die letzte Erhöhung ihrer Aufwandsentschädigung fast 20 Jahre zurück - haben sich die ehrenamtlichen Freizeitpolitiker während der Gemeinderatssitzung am Mittwoch einen kräftigen Schluck aus der Finanzpulle genehmigt.
Mitglieder des Verwaltungsausschusses bekommen rückwirkend zum 1. Januar eine monatliche Pauschale in Höhe von 120 Euro (vorher waren es 76 Euro). Zusätzlich gibt es pro Sitzung 15 Euro. Und sollte der Politiker seinen eigenen Laptop nutzen und sich seine Unterlagen selbst aus dem Internet-Ratsportal ziehen, kommt noch ein Aufschlag von 30 Euro dazu. Macht unter dem Strich: 165 Euro oder 117 Prozent Erhöhung im Monat. Bei etwa 14 Sitzungen sind das im Jahr 2010 Euro - für ein Ehrenamt.
Ein "normales" Gemeinderatsmitglied steht mit 60 Euro Aufwandsentschädigung im Monat etwas schlechter da. Die Sitzungspauschale (15 Euro) und die Internet/PC-Pauschale (30 Euro) gelten jedoch auch für sie.
Im Gegensatz zu Jesteburg sind die Ratsmitglieder im Nachbardorf Bendestorf richtig bescheiden. Dort gibt es lediglich eine Sitzungspauschale in Höhe von zehn Euro. Eine monatliche Pauschale - Fehlanzeige. In Hanstedt wird lediglich eine Pauschale in Höhe von 70 Euro im Monat gezahlt, in der alles inklusive ist.
Reimer Siegel (FDP) hatte angeregt, die Erhöhung der Aufwandsentschädigung an die Tarifsteigerung im öffentlichen Dienst anzupassen. Eigentlich in der Hoffnung, dass es dann noch einen größeren Schluck aus der Pulle geben wird. Für die Gemeindekasse allerdings wäre seine Idee gut gewesen: Die Tarifsteigerung macht nämlich nur 35 Prozent aus.
PS: Das Ganze muss selbstverständlich finanziert werden. Aber Geld ist in Jesteburg genug da; vor einem Jahr wurde die Grundsteuer um 40 Prozent angehoben.