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Was wird aus dem Freibad? - Bauauschuss berät über die Zukunft des Bads / Sanierung könnte Samtgemeinde 2,57 Millionen Euro kosten

So stellt sich die Planungsgesellschaft Hildesheim das Waldbad Hanstedt nach der Sanierung vor (Foto: Planungsgesellschaft Hildesheim)
 
(Foto: Planungsgesellschaft Hildesheim)
mum. Hanstedt.Die Samtgemeinde Hanstedt steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Was wird aus dem sanierungsbedürftigen Freibad? Die Planungsgesellschaft Hildesheim stellt während der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen der Samtgemeinde am Donnerstag, 12. November, ein Konzept vor. Grundlage sind die Ergebnisse der dritten Sitzung des Arbeitskreises „Sanierung Waldbad Hanstedt“.
Zur Diskussion steht ein Kombibecken mit Nebenraumgebäude. „Nach einer ersten, vorläufigen Schätzung belaufen sich die Gesamtkosten auf 2,57 Millionen Euro“, heißt es in der Vorlage, die ab 19 Uhr im „Küsterhaus“ (Am Steinberg 2) diskutiert wird. Das bedeutet bei einem Baubeginn im September 2017, dass für 2017 knapp eine Million Euro und für das folgende Jahr weitere 1,63 Millionen Euro im Haushalt eingeplant werden müssen. Die Förderung des Bundes würde bei einer Aufnahme in das Bundesprogramm 45 Prozent, also insgesamt 1,16 Millionen Euro betragen.
Zur Erklärung: Der Bund hat ein einmaliges Förderprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur aufgelegt. Gefördert werden mit insgesamt 100 Millionen Euro Projekte mit 45 Prozent der nachgewiesenen Kosten, wobei der Bundesanteil zwischen einer und vier Millionen liegen sollte. „Die Planung für die Sanierung des Waldbads ist nach dem jetzigen Verfahrensstand so weit fortgeschritten, dass die einmalige Chance genutzt werden sollte, Fördermittel zu beantragen“, heißt es in der Vorlage. Der Ratsbeschluss müsse bis zum 4. Dezember vorliegen.
Der Arbeitskreis „Waldbad Sanierung“, der aus Vertretern der Schwimmvereine, Seniorenbeiräte, Sportvereine, Fraktionen, der Gemeinde Hanstedt und der Verwaltung bestand, hat sich mehrheitlich auf eine Sanierungsvariante festgelegt. Das Konzept sieht unter anderem folgende Eckpunkte vor: vier 50-Meter-Bahnen, zwei 25-Meter-Bahnen, einen Bereich für Wassergymnastik (8,30 Meter mal 16 Meter bei 1,35 Meter Tiefe), Massagedüsen, eine Nackendusche, einen Wasserfall, eine 13 Meter lange Breitwellenrutsche, Bodenbrodler, ein 45 Quadratmeter großes Sonnendeck und ein Fundament für eine später anzubringende Kletterwand. Im Nebenraumgebäude soll eine Sammeldusche für Herren und Damen entstehen sowie eine von außen zugängliche Toilette für Wohnmobilgäste.

Die Vielschwimmer nicht vergessen

Die Abstimmung über das Freibad am morgigen Donnerstag nimmt der Hanstedter Karl-Hermann Ott zum Anlass für einen offenen Brief. Er schreibt: „Ich nutze das Bad seit der Eröffnung 1961 und habe meine bisherigen 54 Jahreskarten ausgiebig abgeschwommen. Ich denke es ist wichtig, die Technik den heutigen Vorschriften und Standards anzupassen. Auch eine Verschönerung der Anlage und eine Modernisierung der Sanitäranlagen begrüße ich. Auf eine breitere Rutsche und einen noch schöneren Kinderbereich freuen sich unsere drei Enkelkinder schon sehr. Große Sorgen hingegen macht mir die Idee, 45 Quadratmeter des Beckens zuzuschütten, um dort ein ‚Sonnendeck‘ zu bauen.“
Ott geht davon aus, dass dies auf Kosten der Vielschwimmer gehen wird. „Wir Vielschwimmer machen durch den Kauf unserer Jahreskarten 57,4 Prozent der gesamten Jahreseinnahmen aus.“ Erlebnisbäder mit „Wasserfällen“ und „Sonneninseln“ würden nur in warmen Ländern oder in beheizten Hallen Sinn machen. Auch den Gedanken, den Schwimmerbereich zu verkleinern, um den Nichtschwimmern mehr Platz zu schaffen, hält Ott für falsch.