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Duftende Kindheitserinnerungen

Tanja Braasch an der riesigen Heißmangel. Seit vier Jahren führt sie ihr kleines Unternehmen in Hanstedt

Tanja Braasch führt mit sehr viel Liebe ihre kleine Wäscherei in Hanstedt.

mum. Hanstedt. Es sind diese einfachen Berufe, die eine ganz besondere Faszination ausüben. Etwa der Heißmangel- und Bügelservice von Tanja Braasch. Bereits beim Betreten der Wäscherei-Räume in Hanstedt werden dank des Geruchs nach Stärke und Waschmittel Kindheitserinnerungen wach. „Das bestätigen mir viele Kunden“, sagt Inhaberin Tanja Braasch. Seit vier Jahren führt sie ihr kleines Unternehmen - unterstützt von Tochter Nelly. „Viele verbinden mit dem Geruch das heimische Bügeln ihrer Eltern. Zum Einsatz kommt dabei eine echte Heißmangel. „Die meisten jungen Leute kennen das gar nicht mehr“, sagt sie lächelnd. Die Heißmangel ist eine große Bügelmaschine, die mit einer Rolle Textilien einzieht. Und die Rolle ist, wie es der Name schon andeutet, heiß.
Am häufigsten gemangelt wird Bettwäsche, gefolgt von Tischdecken und Vorhängen. Um mithilfe einer Heißmangel ein gutes Ergebnis - sprich schöne glatte Wäsche - zu erzielen, muss man ein geschicktes Händchen haben. Tanja Braasch hat dieses Talent. Das gilt übrigens auch für Hemden und Anzüge.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Restaurants und Hotels würden immer mehr auf Leihwäsche setzen. Zudem lege die jüngere Generation kaum noch Wert auf glatte Bettwäsche. Und Tischdecken seien derzeit ohnehin aus der Mode. Dennoch gibt es immer noch genug Menschen, die auf die Heißmangel nicht verzichten wollen. Tanja Braasch weiß, dass sie in puncto Service und Qualität überzeugen muss. Und das gelingt ihr. Zudem schätzen viele Kunden ihre sehr persönliche Art. Nicht selten kommt es vor, dass nach den Öffnungszeiten einfach ein Korb mit schmutziger Wäsche vor die Tür gestellt wird. „Bezahlt wird dann bei Abholung“, so Braasch. Außerdem bietet sie einen Hol- und Bringeservice an. Ihre Kundschaft stammt aus den Samtgemeinden Hanstedt, Jesteburg und Salzhausen.
Jetzt hat Tanja Braasch ihre Räume an der Harburger Straße renoviert. „Alles erstrahlt in frischen Farben“, so die Inhaberin, die im März mit einem besonderen Angebot lockt: einen Rabatt in Höhe von fünf Prozent auf alle Dienstleistungen. Außerdem will sie demnächst eine Bonuskarte einführen. Tanja Braasch reinigt übrigens auch Betten (Decke und Kissen im Set für 29,95 Euro). „Wenn sich die Menschen darüber im Klaren wären, wie sehr sie in der Nacht schwitzen, dann würden sie ihre Betten viel häufiger reinigen lassen.“
• Alle Daten auf einen Blick: Wäscherei Braasch (Harburger Straße 87a-89), Telefon 04184-888086 oder 0163 - 3090455, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 12.30 Uhr, Dienstag von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

Ein Blick in die Geschichte:

Schon seit jeher schätzten die Menschen glatte Wäsche - diesen Luxus konnte sich in früheren Zeiten allerdings nur die Oberschicht leisten.
Ohne Hitze: Mit viel Kraftaufwand, aber noch ohne Hitze, glättete man in Europa vom Mittelalter bis zum Teil ins 20. Jahrhundert mit großen hölzernen Wäschemangeln. Dazu wurden auf zwei Rundhölzer die Wäschestücke gewickelt. Die Wäscherollen wurden mit einer Lade beschwert, die mit Steinen gefüllt war. Diese wurde so lange hin und her geschoben, bis die Wäsche glatt war.
Anfang des 20. Jahrhunderts: Für Großwäschereien wurden Mangeln aus Metall produziert, die mit Dampf beheizt wurden. Im Privathaushalt standen bis in die 1950er Jahre Mangeln aus Gusseisen mit Holzwalzen. Der Pressdruck wurde über eine Stahlfeder erzeugt. Die elektrischen Hausgeräte erleichterten die Reinigung der schmutzigen Wäsche erheblich. Davor waren viele Handgriffe nötig: Sortieren, einweichen, kochen, schlagen, schwenken, reiben, bürsten, spülen und wringen. Mit der Elektrizität in den Haushalten kamen die ersten elektrisch beheizten und betriebenen Heißmangeln auf.
Die ersten Mangeln: Um 1928 entwickelten einige Hersteller die elektrische Heißmangel, die zunächst in kleineren Wäschereien, Gemeinschaftswaschanlagen und Pensionen zum Einsatz kam.