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Nächtliches Abenteuer in Hamburg

Veit, Beke und Moritz (v.li.) können mittlerweile wieder lachen (Foto: jd)

jd. Buxtehude. Pfadfinder wollen Großstadt-Dschungel erkunden und bekommen es mit der Polizei zu tun.

Dieses „Abenteuer“ werden drei junge Pfadfinder aus Harsefeld wohl nicht so schnell vergessen: Da wollten die Mitglieder des Stammes „Horse“ einmal statt der heimischen Wälder den „Großstadt-Dschungel“ durchstreifen - und gleich gerieten sie in die Fänge der Polizei. Gemeinsam mit anderen Pfadis aus ganz Niedersachsen erkundete das Trio Hamburg. Dort stand die Jugendgruppe unfreiwillig im Mittelpunkt eines „echten“ Räuber- und Gendarmenspiels.
Inzwischen können Beke, Moritz und Veit über die Sache lachen. „Aber uns war ganz schön mulmig zumute, als plötzlich mitten in der Nacht ein Haufen Polizisten vor uns stand“, berichten die drei Gruppenleiter. Sie hatten an einem Lehrgang teilgenommen, bei dem es für zwei Tage nach Hamburg ging. Die Jugendlichen vom Lande hatten vor, sich in den Trubel der Metropole zu stürzen.
Nach einem anstrengenden Tag rollten die Pfadis ihre Schlafsäcke in einem evangelischen Gemeindehaus im Hamburger Stadtteil Barmbek aus. Die Unterkunft war ihnen von der Leiterin der dort ansässigen christlichen Pfadfindergruppe vermittelt worden.
Dumm nur, dass kein anderer in der Gemeinde davon wusste. Auch Pastor Rainer Hanno hatte keinen blassen Schimmer. Dem WOCHENBLATT erzählt er, wie die Geschichte ablief: „Als ich um zwei Uhr nachts von einem Jazzfestival nach Hause kam, bemerkte ich im Gemeindehaus ein offenes Fenster. Das wollte ich schließen“, sagt der Pastor. Doch dann habe er im Gebäude ein leises Tuscheln gehört.
Das ganze Gemeindehaus war dunkel. Der Geistliche vermutete, dass Langfinger eingestiegen waren. Wer sonst sollte sich zu dieser unchristlichen Zeit dort herumtreiben, dachte sich Hanno. Er rief die Polizei. Gleich mehrere Streifenwagen fuhren mit quietschenden Reifen vor.
Beke schreckte als erste hoch, als die Beamten den Raum mit den Pfadis stürmten. „Drei Taschenlampen strahlten mir ins Gesicht“, berichtet die Schülerin. Sie habe bereits zuvor im Halbschlaf die flackernden Blaulichter wahrgenommen. „Ich dachte noch, was ist hier in der Stadt nachts bloß los“, meint die Pfadfinderin.
Die Sache klärte sich schnell auf. Die Beamten rückten wieder ab und der Pastor war beruhigt. „Nachdem alles klar war, konnte ich seelig einschlummern“, sagt Hanno. Anders bei den Pfadfindern: Nach der ganzen Aufregung war an Schlaf kaum noch zu denken. Der Vorfall wurde natürlich zu Protokoll genommen: Man habe geglaubt, Obdachlose hätten im Gemeindehaus ihr Nachtquartier aufgeschlagen, heißt es im Polizeibericht.